Zwei Gier-Unternehmer in Demut. Christian B.: „Ich frage mich, wie ich es geschafft habe, derart gegenüber Anlegern aufzutreten.“ Dirk A.: „Mir war bewusst, dass Anleger ihr Geld verlieren, schäme mich.“
Der Schwindel mit Aktien lief über drei Firmen mit klangvollen Namen, die von den beiden Betrügern beherrscht wurden. Mit Zinsen von 10 und 15 Prozent wurde geködert. Und in Endlosschleife dreist gelogen: Für die Abzocke richteten sie extra ein Callcenter ein. Zwei smarte Männer, die sich vor 20 Jahren als Mitarbeiter einer Bank kennengelernt hatten. Bereich Wertpapierhandel. Beide ohne kaufmännische Ausbildung.
Von Dauer waren ihre Jobs nicht. Mit einer Firma, die Konferenzen organisiert, machten sie sich selbstständig. Christian B.: „Wir hatten eine vage Hoffnung und etwa 20 Veranstaltungen durchgeführt.“ Dumm nur: „Professionell, aber leider nicht profitabel.“ Abgebrüht trommelten sie dennoch für ihre Aktien: „Mit wahrheitswidrigen Angaben.“
Wie bei ihrer „Chemvita Inc“. Als große Sache verkauft. Ein Labor auf höchstem Niveau wurde angepriesen, Gewinne suggeriert. B.: „Wir waren wie euphorisiert.“ Sie verkauften Aktien für 1,2 Millionen Euro. Für eine hohle Firma: Mit nur 64.000 Euro ausgestattet.
Wo die Ersparnisse der Anleger sind? Die Betrüger: „Alles weg.“ Versandet in ihren pompösen Büros und verprasst im privaten Luxusleben.
Von Geldgier sind sie angeblich geheilt. A.: „Habe eine Familie und 2700 Euro im Monat.“ Auf Bewährungsstrafen hoffe sie. Fortsetzung: Donnerstag. KE.
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