Schwimmlehrer

Die Bäderbetriebe mobben uns raus

Bäder-Boss Andreas Scholz-Fleischmann will die privaten Kursanbieter jetzt verbannen

Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
„Kinder ertrinken ohne uns !“, so der Vorwurf der privaten Trainer.

„Kinder ertrinken ohne uns !“, so der Vorwurf der privaten Trainer.

© dpa

Seit 17. Februar müssen Berlins Bademeister eingreifen, wenn sie einen privaten Trainer mit Kindern oder auch mit älteren Kunden erspähen. Es sei nicht mehr hinnehmbar, dass sie eigenmächtig abgetrennte Bahnen blockieren und anderen Badegästen den Platz wegnehmen. Wer eine Privatbahn wolle, müsse eine buchen.

Unmöglich und unbezahlbar, kontern die Privatlehrer. Denn eine 50-Meter-Bahn kostet 60 Euro pro Stunde – und Eintritt kommt noch dazu. Trainer Alexander Steinhart von „Xray Sports“, nennt das, stellvertretend für die Trainerschaft, ein „indirektes Berufsverbot“. Es gehe den Bäderbetrieben nur darum, ihr Monopol auszunutzen und bessere Trainer auszubooten. Es sei auch schlicht falsch, dass die privaten Kurse den Betrieb aufhalten. Die betroffenen Trainer würden meist nur ein bis zwei Teilnehmer unterrichten.

Da fragt man sich, warum die Bäderbetriebe ausdrücklich nichts gegen Väter oder Mütter haben, die ihren Kindern das Schwimmen beibringen – aber gegen Mini-Kurse schon. Die Bäderbetriebe nehmen diese Kritik ernst und kündigen eine neue Lösung an, die alle Interessen berücksichtigt. Das soll bis April dauern. Dann startet jedoch die Freibad-Saison, so dass die Lösung womöglich erst im Herbst zu beurteilen ist. 

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