Am Tag danach joggte Trainer Jos Luhukay über den Schenckendorffplatz. Seine Miene war auf Sorgenfalten eingestellt. Adrian Ramos konnte nicht mit auslaufen. Zur gleichen Zeit lag er in der MRT-Röhre in der Praxis von Mannschaftsarzt Dr. Uli Schleicher. Ramos’ Oberschenkel musste genau untersucht werden. Luhukay sagte um 11 Uhr: „Wir hoffen, dass es nur ein Bluterguss ist, aber es könnte auch ein Muskelfaserriss sein. Aber wir wollen positiv denken.“
Um 13 Uhr dann Erleichterung. Es ist nur ein schwerer Bluterguss, trotzdem müssen die Blau-Weißen um ihren Torjäger (16 Treffer) bis Sonntag, bis zum Spiel in Leverkusen, zittern. Am Mittwoch wird Ramos nicht trainieren können. Die Hoffnung: Vielleicht kann der Kolumbianer am Donnerstag wieder leicht laufen.
Es wird gezittert, aber jedem ist klar: Nach diesem Zusammenprall in der 73.?Minute beim 1:1 gegen Hoffenheim hätte es viel, viel schlimmer enden können. Der belgische Keeper war unkontrolliert beim Herauslaufen an der Strafraumgrenze in Ramos hereingelaufen. Beide lagen minutenlang auf dem Rasen. Der Aufprall war heftig, im Olympiastadion herrschte Stille. Casteels schrie vor Schmerzen, Ramos krümmte sich am Boden. Der Keeper brach sich den Unterschenkel. Was wäre gewesen, wenn es auch Herthas Stürmer so schlimm erwischt hätte?
Hertha schrammte an einer sportlichen und finanziellen Katastrophe vorbei. Der Angreifer wäre für den Rest der Saison ausgefallen und sein Verkauf an Dortmund für 10 Millionen Euro Ablöse wäre wohl geplatzt. Ganz viel Glück im Unglück. Doch der Schock wegen Pechvogel Casteels saß auch bei Hertha noch tief. Luhukay: „Adrian ist wegen des Beinbruchs mental angeschlagen. Wir werden uns auf alle Fälle bei Casteels im Krankenhaus melden.“
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