Schweren Unfall verursacht

Sie muss in den Knast, weil sie eine Entenfamilie rettete

25-Jähriger droht lebenslang, weil sie auf der Autobahn hielt. Motorrad-Fahrer und Tochter starben.

Jürgen Kowallik
Lesezeit 2 Min
Emma Czornobaj (25)

Emma Czornobaj (25)

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Die 25-Jährige war in ihrem Honda Civic auf dem Highway 30 in Candiac (Provinz Quebec) unterwegs, als sie sah, wie die offensichtlich verwaiste Gruppe von Entenküken die Schnellstraße überqueren wollte. Sie stoppte auf der Straße. Unfallzeugin Martine Tessier vor Gericht: „Sie hatte das Warnblinklicht nicht an. Und die Fahrertür stand offen. Ich schrie zu meinen Kindern: ,Was macht sie da. Die bringt sich noch um.“

Das Entenrettungs-Manöver endete jedoch nicht für Emma Czornobaj fatal, sondern für den Motorrad-Fahrer Andre Roy und seine Tochter Jessie, die auf dem Sozius saß. Sie waren auf das stehende Auto aufgefahren. Ehefrau Pauline Volikakis, die auf ihrem eigenen Motorrad dahinter fuhr, musste miterleben, wie ihre Familie ausgelöscht wurde. Die 12-köpfige Jury sprach Emma Czornobaj in anonymer Abstimmung der kriminellen Fahrlässigkeit und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr für schuldig. Höchststrafe: lebenslange Haft. Als sie das Urteil hörte, wischte sich Emma Czornobaj Tränen aus den Augen. Das Strafmaß soll im August verkündet werden. Bis dahin bleibt die 25-Jährige auf freiem Fuß.

Staatsanwalt Annie-Claude Chasse: „Wir glauben, wir haben ein klares Signal an die Gesellschaft gesendet. Man hält nicht auf der Autobahn für Tiere an. Das ist es nicht wert.“ Etwas anders sieht die Witwe die Gerichtsentscheidung: „Ich wünsche keinem Unglück. Es ist Zeit voran zu gehen. Das Urteil wird mir meine Liebsten nicht zurückbringen.“ JK

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