Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass der Häftling sein Opfer töten wollte. Andere Gefangene hätten damals verhindert, dass er weiter auf den Mann einschlug. Die Anklage lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung.
Der Angeklagte, der derzeit im Gefängnis in Brandenburg/Havel sitzt, gab in der Verhandlung über seinen Dolmetscher an, von anderen Gefängnisinsassen in Cottbus immer wieder fremdenfeindlich beleidigt worden zu sein. Der 25-Jährige kommt aus Afrika. Sein Verteidiger sagte: „Der Angeklagte fühlte sich verfolgt.“ Kurz vor der Tat - so schildert es der Häftling - sei er im Sportraum erneut provoziert worden. Er sei deshalb wütend gewesen und habe zugeschlagen.
Zum Prozessauftakt sagte auch das Opfer aus. Der heute 24-Jährige sitzt noch in der JVA Cottbus-Dissenchen. An den Tatverlauf selbst könne er sich nicht mehr erinnern, sagte der Mann. Seit der Attacke auf seinen Kopf habe er immer wieder Augen- und Kopfschmerzen sowie Konzentrationsschwierigkeiten. Beschimpft habe er den Angeklagten im Gefängnis nicht, betonte er. Er sei davon ausgegangen, dass er bis zu der Tat ein gutes Verhältnis zu dem Angeklagten gehabt habe.
Der nächste Verhandlungstag ist in der nächsten Woche vorgesehen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Strafanzeigen zu Körperverletzungsdelikten in den brandenburgischen Gefängnissen bei 48, wie das Justizministerium in Potsdam mitteilte. Die Zahlen schwankten in den vergangenen Jahren. 2010 waren es 43 Anzeigen, 2012 sieben weniger und 2014 waren es mit 51 wieder deutlich mehr. dpa
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