Seine Stimme klingt etwas verschnupft am Telefon, dafür ist Lust gut gelaunt. „Nein, ich bin nicht erkältet, dass ist nur eine kleine Allergie. In Berlin habe ich das nie. Dort gibt es nicht so viele Gräser und Kräuter wie in der Schweiz“, lacht er los.
Der ganze Druck des Abstiegskampfes ist bei ihm weg. „Ich habe mir die Relegationsspiele zwischen dem HSV und KSC im Fernsehen angeschaut und habe mir nur gedacht: ,Zum Glück haben wir uns das erspart.‘ Das ist so brutal für jeden Profifußballer“, so Lustenberger. Doch statt Urlaub, muss er jetzt noch drei Wochen weiter schuften. „Das ist ein ganz anderes Gefühl beim Nationalteam. Ich bin in diesem Jahr erst das dritte Mal dabei“, erklärt der Blondschopf. Man merkt: Herthas Kapitän ist richtig happy.
Verständlich! Vor einem Jahr platzte sein großer WM-Traum wegen hartnäckiger Muskelprobleme im Oberschenkel. Er musste den Trip nach Brasilien absagen. „Natürlich war das bitter für mich. Aber das ist lange abgehakt. Damit beschäftige ich mich nicht mehr. Ich schaue nach vorne und das ist die EM 2016“, erklärt er.
In der Qualifikationsgruppe E liegen die Eidgenossen mit neun Punkten auf Platz 2 hinter England (15). Auf Rang drei folgt Slowenien. „Die Gruppe ist nicht einfach. Aber wir sollten es packen“, sagt Lust zuversichtlich.
Mittwoch gibt es einen Test gegen Liechtenstein. Danach geht es ab nach Litauen. Auch Herthas Valentin Stocker ist dabei. „Da müssen wir gewinnen“, gibt sich der dienstälteste blau-weiße Profi optimistisch.
Und danach hat er endlich Urlaub. Aber wann steigt er bei Hertha wieder ins Training ein? Lustenberger: „Der Auftakt ist ja am 28. Juni. Ich fange eine Woche später an. Ein bisschen Erholung brauche ich ja.“ Stimmt! Nur so klappt es mit einer guten Saison bei den Blau-Weißen und seinem großen EM-Traum.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com