Schutz für viele Berliner Großsiedlungen

Der späte Sieg des Plattenbaus

Die einen mögen sie, die anderen nicht. Doch Wohnungen in den Plattenbauten unserer Stadt sind günstig und begehrt. In Ost wie West. Kein Wunder, dass Berlin das Großstadt-Flair seiner „Platten“ nun schützen will.

MARCUS BÖTTCHER
Lesezeit 3 Min
Marzahn: 1975 begann der Bau für Marzahn (hier Blick vom Hochhaus Helene-Weigel-Platz 14) mit mehr als 60 000 Wohnungen und der dazugehörigen Infrastruktur. Die ersten Mieter zogen bereits Ende 1977 ein, heute leben 105 000 hier.

Marzahn: 1975 begann der Bau für Marzahn (hier Blick vom Hochhaus Helene-Weigel-Platz 14) mit mehr als 60 000 Wohnungen und der dazugehörigen Infrastruktur. Die ersten Mieter zogen bereits Ende 1977 ein, heute leben 105 000 hier.

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Der Prager Platz war in den 20er Jahren kulturelles Zentrum im Berliner Westen. Im Rahmen der IBA 1987 wurde er entsprechend der historischen Struktur neu gestaltet.

Der Prager Platz war in den 20er Jahren kulturelles Zentrum im Berliner Westen. Im Rahmen der IBA 1987 wurde er entsprechend der historischen Struktur neu gestaltet.

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Fast 30 Jahre Bauzeit in Spandau: Die letzten Bauten am Falkenhagener Feld (seit 1962, rund 10 000 Wohnungen in Vier- bis Sechzehngeschossern) wurden er in den 90er-Jahren fertiggestellt.

Fast 30 Jahre Bauzeit in Spandau: Die letzten Bauten am Falkenhagener Feld (seit 1962, rund 10 000 Wohnungen in Vier- bis Sechzehngeschossern) wurden er in den 90er-Jahren fertiggestellt.

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In Plattenbauten im Kiez am Kottbusser Tor leben etwa 3000 Sozialmieter, der Anteil von Bewohnern nichtdeutscher Herkunft wird auf 80 Prozent geschätzt.

In Plattenbauten im Kiez am Kottbusser Tor leben etwa 3000 Sozialmieter, der Anteil von Bewohnern nichtdeutscher Herkunft wird auf 80 Prozent geschätzt.

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Denn nach KURIER-Informationen sollen viele nun unter Denkmalschutz gestellt werden. Es existiert im Landesdenkmalamt eine Liste mit mehreren Großsiedlungen, deren Schutzmöglichkeiten derzeit geprüft werden.

Den Anfang machte die Siedlung Ernst-Thälmann-Park im Prenzlauer Berg (der KURIER berichtete). Hier darf am Häuser-Ensemble, am angrenzenden Park und der Außenansicht der Gebäude nichts mehr verändert werden. Die Siedlung wurde laut der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Rahmen einer flächendeckenden Erfassung und Prüfung von Berliner Großsiedlungen ausgewählt, „weil sie weitestgehend authentisch überliefert“ sei.

Kein Einzelfall. Wie Daniela Augenstein, Sprecherin der zuständigen Senatsverwaltung, gegenüber dem KURIER bestätigte, werden derzeit diverse Plattenbausiedlungen für einen möglichen Denkmalschutz unter die Lupe genommen. Dabei handelt es sich auch um Bauten, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1984 unter der planerischen Leitung des Berliner Architekten Josef Paul Kleihues errichtet wurden (siehe oben). Auch die Plattenbauten aus der ehemaligen DDR könnten unter Denkmalschutz fallen. So sollen schon bald Großsiedlungen wie Marzahn, Hellersdorf oder Hohenschönhausen geschützt werden. Sie wären dann, wie der Thälmann-Park“, „gestalterischer und funktionaler Höhepunkt der Ost-Berliner Wohnungs- und Stadterweiterungspolitik“.

Gastronomin Gabriela Bialkowski (54): „Ich arbeite hier im Kiez, lebe derzeit in Hohenschönhausen. Noch. Denn ich will unbedingt in den Ernst-Thälmann-Park ziehen, auch wenn hier die Mieten schon ganz schön hoch sind. Aber hier sieht und atmet man DDR-Charme.“

Gastronomin Gabriela Bialkowski (54): „Ich arbeite hier im Kiez, lebe derzeit in Hohenschönhausen. Noch. Denn ich will unbedingt in den Ernst-Thälmann-Park ziehen, auch wenn hier die Mieten schon ganz schön hoch sind. Aber hier sieht und atmet man DDR-Charme.“

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Fitnesstrainerin Anne Klemke (37) mit Sohn Jonas (9):„Wir leben seit 2004 in der Siedlung. Auch wenn die Hochhäuser von außen nicht jedermanns Geschmack sind, ist die Atmosphäre hier überragend. Schön, dass jetzt alles so bleibt wie es war und ist.“

Fitnesstrainerin Anne Klemke (37) mit Sohn Jonas (9):„Wir leben seit 2004 in der Siedlung. Auch wenn die Hochhäuser von außen nicht jedermanns Geschmack sind, ist die Atmosphäre hier überragend. Schön, dass jetzt alles so bleibt wie es war und ist.“

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Historiker Hartmut Kühn (66): Seit fast 15 Jahren lebe ich hier, bin aus Pankow hergezogen. Der Denkmalschutz gibt uns die Sicherheit, dass wir nicht zugebaut oder luxussaniert werden. Ein gutes Gefühl. Um uns herum lauern ja schon die Investoren.“

Historiker Hartmut Kühn (66): Seit fast 15 Jahren lebe ich hier, bin aus Pankow hergezogen. Der Denkmalschutz gibt uns die Sicherheit, dass wir nicht zugebaut oder luxussaniert werden. Ein gutes Gefühl. Um uns herum lauern ja schon die Investoren.“

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Krankenpfleger Jan Berthold (39): „Ich bin Prenzlberger. Ich habe nie woanders gewohnt und will das auch nicht. In meiner Wohnung hängt sogar noch ein Schild der Dimitroffstraße, der heutigen Danziger Straße, abgebaut 1995. Ich habe mich für den Denkmalschutz eingesetzt.“

Krankenpfleger Jan Berthold (39): „Ich bin Prenzlberger. Ich habe nie woanders gewohnt und will das auch nicht. In meiner Wohnung hängt sogar noch ein Schild der Dimitroffstraße, der heutigen Danziger Straße, abgebaut 1995. Ich habe mich für den Denkmalschutz eingesetzt.“

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