Schulleiter gegen Kürzungen

Fürs neue Jahr fehlt Geld für Bücher

Geplante Mittelkürzungen für Bücher und Unterrichtsmaterial sorgen für Unmut.

Martin Klesmann
Lesezeit 2 Min
Der Senat spart bei den Büchern für Grundschüler Geld.

Der Senat spart bei den Büchern für Grundschüler Geld.

© dpa

Schuljahr 2017/2018: Eltern müssen keine Grunschulbücher mehr kaufen

Der Hintergrund ist an sich erfreulich: Vom kommenden Schuljahr an müssen Eltern für die Schulbücher ihrer Grundschulkinder nichts mehr zahlen. Bisher waren jährlich bis zu 100 Euro fällig. Es sei denn, die Eltern waren auf Sozialleistungen angewiesen. „Wir finden das prinzipiell ja gut. Uns stört, wie das finanziert wird“, sagt Janett Hartig von „Schule akut Berlin“, Leiterin der Grundschule am Kollwitzplatz.

Die Schulleiter rechnen vor: Bisher gab es bis zu 173 Euro pro Kind für Lernmittel, also Schulbücher, Arbeitshefte, digitale Dateien – 73 Euro vom Land Berlin, bis zu 100 von den Eltern. Für Kinder mit zahlungsbefreiten Eltern gibt Berlin 98 Euro.

Schulen sollen eigene Bücherbestände aufbauen

Wenn alle Eltern nichts mehr bezahlen, wird mit 148 Euro pro Kind gerechnet: 98 Euro für alle plus jeweils 50 Euro vom Land in den Jahren 2018 und 2019. Damit sollen Schulen überhaupt wieder einen eigenen Bücherbestand aufbauen. Vom Schuljahr 2020/21 an sollen aber nur noch durchgehend 98 Euro pro Kind für Lernmittel drin sein. Damit würden sich also die Mittel binnen weniger Jahre halbieren.

Die Bildungsverwaltung kalkuliert anders. Es gebe viele Schulen in sozialen Brennpunkten, wo fast alle Eltern nichts bezahlen müssten. „Diese Schulen kamen bisher auch mit 98 Euro pro Kind aus“, sagt Sprecherin Beate Stoffers. In Pankow und anderen eher bürgerlichen Stadtteilen hingegen hätten Schulen den möglichen Beitrag von bis zu 100 Euro offenbar stets ausgereizt.

Lernmittel werden auf niedrigstmöglichen Niveau angeglichen

Mit anderen Worten: Die Lernmittel werden nun auf dem niedrigstmöglichen Niveau angeglichen. Zumal an Pankower Schulen der Bezirk noch einmal 25 Prozent des Geldes für Lernmittel zum Beispiel für die Reparatur von Sportgeräten einbehält.
Im vergangenen Schuljahr zahlten die Eltern von 106.000 Grundschulkindern für Bücher, knapp 65.000 waren davon befreit.

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