So viele Bilder der letzten Tage haben sich bei uns eingebrannt. Bilder von verzweifelten Eltern, die ihre Kinder über einen Stacheldrahtzaun heben, von Toten am Strand, von Hass vor Flüchtlingsheimen, aber auch von unzähligen Helfern überall im Land, die Willkommen sagen. Auf dieser Seite sehen Sie auch Bilder, die berühren, ans Herz gehen. Von Kindern, die Schlimmes erlebt haben. Und jetzt wieder Kind sein können. In die Schule gehen, mit anderen Kindern spielen. Die 14 Flüchtlingskinder aus der Lichtenberger Bernhard Grzimek Schule kommen aus Syrien, aus Afghanistan oder aus Serbien. Luan (6) ist mit seiner Mama Merita Lestrani (28) aus dem Kosovo geflüchtet. Beim Einschulungsprogramm hält er Merita ganz fest. Die Mama zum KURIER: „Sobald ich weggehe, fängt er an zu weinen. Er muss erst lernen, alleine zu bleiben.“
Armela (8), Rijona (8), Ersilda (6) freuen sich über ihre Einschulung.
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Sarah (22) und Manuel (25) freuen sich mit Emily (6).
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Fatima (7) mit Vater Martin (40) aus Herat, Afghanistan.
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Jana (7) aus Syrien ist ab Montag Abc-Schützin.
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Auch Fatima (7) aus Herat, Afghanistan, wurde eingeschult.
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Die Kinder freuten sich über Luftballons die in den Himmel steigen.
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Merita (28) tröstet Sohn Luan (6).
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Rijona (8) aus dem Kosovo und Armela (8) halten ihre gespendete Schultüte samt Mini-Panda ganz fest.
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Alle Schultüten gehen hoch: Am Montag beginnt für die Willkommenskinder der Bernhard-Grzimek-Schule der Ernst des Lebens – bei Marlies Näther haben sie auch Unterricht.
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Nihajn (7) freut sich mit seiner kleinen Schwester Martina (3) über seine Schultüte.
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Sophia (9) und Marc (6) aus Lichtenberg mit den Eltern Tatjana (34) und Vladimir (38).
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Luftballons steigen zum Schulanfang in den Himmel.
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Insgesamt 477 Kinder aus 31 Nationen gehen auf die Schule, zehn Prozent der Kinder haben ein Handicap. „Das war für mich der Grund, die Schule für meinen 6-jährigen Sohn Marc auszusuchen“, sagt Tatsiana Galeev (34), Finanzbuchhalterin aus Lichtenberg. „Er soll lernen, das es auch Menschen gibt, die die Hilfe von anderen brauchen.“ Das Besondere: Flüchtlingskinder und Berliner Steppkes gehen hier von Anfang an in eine Klasse, feierten gestern zusammen Einschulung. Mit Schultüten und Geschenken, die die ersten Schultage versüßen. Und Liedern, die die älteren Grzimek-Schüler für die Abc-Schützen sangen. Begeistert klatschen alle beim Refrain mit: „Alle Kinder lernen lesen, Indianer und Chinesen, selbst am Nordpol singen alle Eskimos: Jetzt geht’s los.“
Nach dem bunten Programm stürmten alle Kids aufgeregt in ihre Klassenräume. Verständigungsschwierigkeiten gab es da keine. Jana aus Syrien (7) zeigte Emily (6) aus Lichtenberg stolz ihre selbstgemalte Zeitung. Lehrerin Marita Künzel freundlich: „Na, dann stellt euch doch mal alle mit Namen vor.“ Sogar Luan traut sich das mit leiser Stimme und ließ kurz seine Mama los.
Deutsch- und Mathe-Lehrerin Marlies Näther (30): „Die meisten Willkommenskinder haben sich rasch eingewöhnt und lernen die deutsche Sprache schnell. Schon nach einem halben Jahr sprechen sie – bis auf kleine Grammatikfehler – perfekt.“ Damit das so ist, werden die Willkommenskinder täglich die ersten beiden Unterrichtsstunden extra in der deutschen Sprache geschult, jede Woche wird ein Buchstabe gelernt.
Morgen geht dann für insgesamt 422 000 Berliner Mädchen und Jungen die Schule wieder los. 4953 Kinder aus Flüchtlingsfamilien werden in 431 Willkommensklassen unterrichtet. Laut Senat gibt es in Mitte die meisten Willkommensklassen (58) mit insgesamt 689 Flüchtlingskindern. Gefolgt von Reinickendorf (603, 48 Klassen) und Neukölln (486, 41 Klassen). Der Bezirk Lichtenberg liegt mit 398 Kindern in 40 Klassen im Mittelfeld.
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