Berlin - Endlich scheint die Brisanz des gegenwärtigen Lebensmittelskandals auch der zuständigen Fachministerin klar geworden zu sein: Nach elf Tagen des Prüfens, Lavierens und Abwiegelns legte Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) gestern einen Zehn-Punkte-Plan vor mit stärkeren Kontrollen und Auflagen.Der Inhalt des Plans:Risikokontrollen für die FuttermittelunternehmerStrenge Auflagen für die Hersteller von FutterfettenTrennung von Futterfetten und technischen FettenDie Bundesregierung prüft, ob fahrlässiges Verhalten mit Haft bestraft werden kannFuttermittelunternehmer sollen künftig eine Haftpflichtversicherung für Betrieb und Produkt abschließenPrivatlabore müssen künftig bedenkliche Mengen an Behörden melden.Verbesserung der Kontrollen von Lebens- und Futtermitteln in den LändernGeplant ist ein Frühwarnsystem für Dioxin. Alle Daten über das Gift in Lebens- und Futtermitteln sollen gesammelt werden.Auf einer EU-weiten Liste sollen Futtermittel und Rohstoffe stehen.Die Behörden müssen überhöhte Grenzwerte und Rechtsverstöße bei Lebensmittelkontrollen umgehend veröffentlichen.Zuvor hatte die "FAZ" berichtet, in der CDU und bei der Kanzlerin Angela Merkel habe es erhebliche Unzufriedenheit über Aigners "kommunikative Erscheinungsbild" gegeben. Die Ministerin kämpft seit gestern um ihr Amt.------------------------------
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com