Es war 30 Minuten nach Mitternacht, als zwei Schüsse durch die Lohmühlenstraße hallten. Das sagen jedenfalls zwei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die in der Nähe ihren Sitz hat. Eine Wachfrau (41) und ihr Kollege (36) eilten aus dem Dienstgebäude sofort auf die Straße und liefen in eine gegenüberliegende Grünanlage. Dort entdeckten sie einen Mann. Er lag blutüberströmt neben einem Fahrrad. Er war deutlich sichtbar am Kopf verletzt worden.
Als die Sicherheitsleute den Unbekannten Hilfe anboten, stand der Mann auf und schleppte sich davon. Das Fahrrad ließ er liegen. Indes informierten die Zeugen die Feuerwehr und die Polizei. Als Sanitäter eintrafen, war der Mann verschwunden. Allerdings entdeckten Polizisten eine Blutspur, die vom Fahrrad aus in Richtung Görlitzer Park verlief.
Mehrere Polizeieinheiten durchsuchten das Gelände. Gefunden haben sie den Mann nicht. Nach drei Stunden gaben sie auf. Ermittler begannen die Krankenhäuser der Stadt abzutelefonieren. Auch von dort kam keine Informationen zum Verbleib des Mannes. Es war in der Nacht kein Patient mit derartigen Verletzungen eingeliefert worden.
Am Vormittag rückten zwei Hundeführer der Polizei mit ihren Tieren an. Die Hunde sind sogenannte Mantrailer. Sie sind spezialisiert auf die Suche von Menschen. Sie haben einen besonders ausgeprägten Geruchssinn. Ihre zwei bis dreijährige Ausbildung kostet fast 40.000 Euro. Der Spürsinn dieser Suchhunde sei einmalig, sagen Hundekenner. Die Berliner Polizei besitzt drei solcher ausgebildeten Spurensucher.
Zunächst liefen die Tiere in eine nahe gelegene Wagenburg an der Kiefholzstraße. Dort soll sich die Spur am Nachmittag verloren haben. Nun erhoffen sich die Ermittler, dass sich weitere Zeugen melden werden. An einen Fahrradunfall glauben die Fahnder nicht. Schließlich seien Schüsse gefallen, sagen sie.
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