Tragischer Badeunfall

Lehrer sollen für Elifs (†7) Tod büßen

Schülerin ertrank im Werbellinsee – vier Pädagogen angeklagt.

Martin Klesmann
Lesezeit 2 Min
Mitschüler erinnerten mit Plakaten an das Mädchen, das nicht schwimmen konnte. 

Mitschüler erinnerten mit Plakaten an das Mädchen, das nicht schwimmen konnte. 

© imago/Olaf Wagner

Tod des Kindes hätte verhindert werden können

„Ihnen wird fahrlässige Tötung durch Unterlassen vorgeworfen“, bestätigte eine Sprecherin des zuständigen Amtsgerichtes im brandenburgischen Eberswalde. Laut Anklage hätten die Pädagogen bei pflichtgemäßer Aufsicht den Unfall rechtzeitig bemerkt können. Der Tod des Mädchens hätte so verhindert werden können.

Am Werbellinsee ertrank die Siebenjährige. 

Am Werbellinsee ertrank die Siebenjährige. 

© imago

Das Unglück geschah am 6. Juni 2016. Die Angeschuldigten gingen zusammen mit drei weiteren Betreuern und insgesamt 72 Kindern der Neuköllner Peter-Petersen-Grundschule zu dem Freibad am Ufer des Werbellinsees. Sie wollten die Woche auf dem Areal der ehemaligen DDR-Pionierrepublik verleben. Die Situation im Freibad war sehr unübersichtlich.

Zwei Beschuldigte gingen zur Aufsicht ins Wasser, zwei Pädagogen sollten die Kinder vom Ufer aus beobachten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wirft der Aufsicht aber nun mangelnde Sorgfalt vor. Sie hätten nicht bemerkt, dass die Nichtschwimmerin Elif sich auf das Absperrseil vom Nichtschwimmer- zum Schwimmerbereich gesetzt habe. Wenig später ist das Mädchen dann mit dem Kopf unter Wasser geraten und hat das Bewusstsein verloren. Erst ein Schüler einer anderen Schule entdeckte das im Wasser treibende Mädchen – und informierte seine Lehrerin. Ein Rettungsschwimmer brachte die Grundschülerin ans Ufer. Wiederbelebungsversuche scheiterten.

Mitschülerinnen trauerten vor zwei Jahren in der Peter-Petersen-Schule.

Mitschülerinnen trauerten vor zwei Jahren in der Peter-Petersen-Schule.

© imago/Olaf Wagner

Aufgrund einer Ermittlungspanne hatte die brandenburgische Polizei zunächst gegen alle anwesenden Pädagogen ermittelt. Das hatte das Verfahren in die Länge gezogen. Nun haben Elifs Eltern wenigstens etwas mehr Gewissheit.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema