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Während Scholz sich um die Versorgung der Migranten kümmert, will Seehofer abgelehnte Asylbewerber wieder außer Landes schaffen. Dafür hat er so genannte Ankerzentren geplant, in denen von der Registrierung bis zu einer gegebenenfalls notwendigen Abschiebung alle Verwaltungsakte „unter einem Dach“ erfolgen sollen. Eigentlich soll bereits im August eine Testphase starten. Allerdings finden sich kaum Bundesländer, die bereit sind mitzumachen – außer Bayern. Aus Berlin, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen kommt ein generelles Nein. Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein wollen sich an der Testphase nicht beteiligen. In Sachsen gibt es darüber Streit. Niedersachsen, Hamburg und Brandenburg fehlen konkrete Erklärungen Seehofers, wie die Zentren aussehen und betrieben werden sollen. Offenbar ist es Seehofer bisher nicht gelungen, die Kritiker zu überzeugen.
Barbara John, Chefin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Berlin, hält die Bemühungen der Bundesregierung für fragwürdig wie sie der „Berliner Zeitung“ erklärte.
Will in der Asylpolitik ein „Hol-System“ etablieren: Barbara John
© dpa
Sie hat vor allem zwei Kritikpunkte: Unser Asylsystem gefährde diejenigen, die zu uns kommen, weil sie beispielsweise über das Mittelmeer kommen müssten. Außerdem müssten sie hohe Summen an Schlepper zahlen. Und es kämen meistens nur diejenigen, die stark und jung genug dafür seien. Statt „Menschen unkontrolliert ins Land zu lassen, von denen viele ihre Identitätsangaben verweigern, um nicht abgeschoben werden zu können“, solle man lieber gezielt Bedürftige aus den Flüchtlingscamps holen. Aus einem „Komm-System“ müsse ein „Hol-System“ werden. John: „Wir schaffen das komfortabelste Asyl für wenige und lassen die anderen weitgehend im Stich.“ Dies zeige sich auch bei dem Geld, das für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt würde: für Flüchtlinge in Deutschland etwa 50 Euro am Tag, für Flüchtlinge außerhalb hingegen nur 50 Cent.
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