In dem Papier vom 11. Juni 1928 – gefunden im Zentralarchiv der Staatlichen Museen Berlin – bestätigt Preußens Finanzminister den Kunst-Kauf vom „vormals regierenden Königshaus“. Ganz oben aufgelistet ist das Watteau-Bild für 1,8 Mio. Reichsmark. Die stolze Summe könnte erklären, warum die Transaktion geheimblieb. Die Bürger in der noch jungen Weimarer Republik, der ersten deutschen Demokratie, hätten für den Luxus-Kauf wohl kaum Verständnis aufgebracht.
Durch das Nachkriegschaos und den Verbleib der Dokumente in Ost-Berlin geriet der Verkauf in Vergessenheit. Schon 1949 hatte ein Insider geraten, an der Frage des Hohenzollern-Vermögens „solange der Russe in Berlin sei, nicht zu rühren“.
1982 entschloss sich der Preußen-Prinz zum Verkauf des Bildes für 15 Mio. Mark, um damit seine Burg in Hechingen zu sanieren. Um die – daran zweifelte niemand – „Leihgabe“ der Hohenzollern fürs Schloss Charlottenburg zu retten, startete eine beispiellose Spendenaktion. Privatleute, der Bund und West-Berlin gaben je fünf Mio. Mark.
Nun prüft die Stiftung Preußische Schlösser im Einvernehmen mit den Hohenzollern die Beweislage. Das Ergebnis soll bis zum Jahresende vorliegen. MKL
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