Der Hals kratzt, die Nase tropft, der Husten nervt: Plagen Sie sich auch bereits seit Wochen mit allerlei winterlichen Wehwehchen herum? Dann sollten Sie so langsam zu den Waffen greifen - und zwar zu den sanften. Denn auch im Kampf gegen Erkältung & Co muss es nicht immer die Chemie-Keule sein. Die BERLINERIN verrät die besten Hausmittel und Naturarzneien falls es Sie schon erwischt hat.Husten und BronchitisSelbstgemachter Hustensaft Mehrere Zitronen schälen, in Scheiben schneiden und in einer Schüssel dick mit Zucker bestreuen. Etwa zwölf Stunden stehen lassen. Dreimal täglich je einen Esslöffel nehmen. Den Rest im Kühlschrank aufbewahren.Ätherische Öle zum Einreiben der Brust (z. B. Rosmarin, Eukalyptus, Kampfer, Fichtennadel) gibt es in unterschiedlichen Kombinationen in der Apotheke. Die Dämpfe werden eingeatmet und lockern den Husten.Reizlindernd wirkt z. B. eine Teemischung aus 25 Gramm Eibischwurzel mit 20 Gramm Isländisch Moos, je 20 Gramm Anis- und Fenchelfrüchten sowie 15 Gramm Lindenblüten. Sechs Teelöffel der Kräutermixtur mit drei Tassen kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Drei Tassen pro Tag mit etwas Honig gesüßt trinken.Schleimfördernd ist u. a. eine Mischung aus gleichen Teilen Huflattich, Wollblume und Süßholz. Pro Tasse einen Teelöffel der Mischung mit kochendem Wasser aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. Drei Tassen pro Tag trinken.Schleimlösend wirkt folgende Tee-Mischung: 10 g Anis, 10 g Süßholzwurzel, 20 g Isländisch Moos, 30 g Huflattichblätter. (1 Esslöffel pro Tasse, 10 Minuten ziehen lassen, 3 Tassen pro Tag).Zwiebeltee: Wenn hartnäckiger Schleim in den Bronchien sitzt, kann Zwiebeltee das Abhusten erleichtern. Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Senföle, die eine desinfizierende Wirkung haben. Eine Zwiebel in Scheiben schneiden und etwa fünf Minuten in einem halben Liter Wasser köcheln lassen. Den Sud durch ein Sieb abseihen und mit etwas Honig süßen. Bis zu vier Tassen täglich möglichst heiß trinken.Inhalation mit ätherischen Ölen: Thymian, Eukalyptus und Pfefferminz helfen bei Husten, der viel Auswurf produziert, indem sie den Schleim verflüssigen. Mehrmals täglich 10 Minuten inhalieren (einige Tropfen des ätherischen Öls in 2 Litern Wasser).Alternative Medizin Beruhigen lässt sich der Hustenreiz auch durch Akupressur: Dazu Zeigefinger in die Grube des Schlüsselbeingelenks drücken - erst sanft, dann kräftiger. Dabei tief und langsam durchatmen.Wann zum Arzt? Bei Fieber, Atemnot und Schmerzen in der Brust. Und wenn der Husten nach zwei Wochen nicht vorbei ist.Erkältung und SchnupfenNasenspülungen: Eine Spülung mit Salzwasser desinfiziert und löst den Schleim. Für die Kochsalzlösung eine Messerspitze Salz in 0,2 Liter warmem Wasser verrühren. Ein wenig Salzwasser in die hohle Hand gießen und durch das rechte Nasenloch einziehen. Kopf auf die rechte Seite neigen, damit das Wasser in die Nebenhöhle laufen kann. Danach die linke Seite behandeln. Mehrmals täglich wiederholen. Einfacher geht's mit einer speziellen Nasendusche aus der Apotheke.Scharfe Dämpfe: Nachts eine gehackte Zwiebel neben das Bett stellen. Die Zwiebeldämpfe machen die Nase frei.Heiße Hühnersuppe: Studien bestätigen dem hausgemachten Klassiker eine entzündungshemmende, Infekt lindernde Wirkung.Fußbad: Schüssel mit warmem Wasser füllen und fünf Tropfen Fichtennadelöl zugeben. Füße rein und so viel heißes Wasser dazugeben, dass die Temperatur auf etwa 40 °C ansteigt. Nach spätestens 15 Minuten das Fußbad beenden, warme Socken anziehen und ins Bett gehen.Vollbad: Bäder mit einem Zusatz aus Menthol-, Eukalyptus-, Thymian- oder Fichtennadelöl fördern die Durchblutung, lindern Gliederschmerzen und erhöhen die Körpertemperatur. Ihre ätherischen Öle lösen Sekret aus Nase und Bronchien. Die Badewanne mit 38 Grad warmem Wasser füllen und zehn Minuten baden.Kopfdampf: Heißer Wasserdampf mit Zusätzen befeuchtet die Nasenschleimhäute, löst fest-sitzendes Sekret und wirkt desinfizierend. Zwei Liter Wasser zum Kochen bringen. Drei Esslöffel Salz (desinfizierend) oder eine Hand voll Kamillenblüten (entzündungshemmend) in einen großen Topf geben. Wasser darauf gießen, zehn Minuten inhalieren.Alternative Medizin Ein gutes homöopathisches Mittel bei Erkältungen ist Bryonia C6 (bei den ersten Krankheitszeichen alle zwei Stunden zwei Kügelchen).Wann zum Arzt? Wer sich richtig krank fühlt, Fieber über 39°C bekommt oder unter hartnäckigen Kopfschmerzen und quälendem Husten leidet, sollte lieber zum Arzt gehen. Denn dann könnte es sich auch schon um eine Bronchitis oder eine Grippe handeln.Halsschmerzen und HeiserkeitWirkungsvolle Wickel: Quarkwickel. Quark messerrückendick auf ein Tuch streichen, dieses um den Hals legen und mit einem Wollschal umwickeln. Mehrere Stunden einwirken lassen. Kühlt, wirkt abschwellend, lindert Schmerzen, hemmt Entzündungen.Kartoffelwickel: Kartoffeln wie Pellkartoffeln kochen, zerstampfen und auf ein Tuch legen. Etwas auskühlen lassen und um den Hals legen. Mit einem Wollschal festbinden. Die braunen Knollen speichern die Wärme und geben sie kontinuierlich ab.Lehmwickel: Zwei bis drei Esslöffel Heilerde (Apotheke, Drogerie) mit etwas Wasser zu einem Brei rühren, auf ein Tuch streichen und um den Hals binden. Mit einem Wollschal umwickeln. Erst abnehmen, wenn die Heilerde trocken ist. Das dauert einige Stunden.Knoblauch kann Bakterien abtöten. Wer es verträgt, sollte reichlich Knoblauch essen, gefolgt von etwas Petersilie. Das ist gut für den Atem und liefert eine extra Portion Vitamin C.Gurgeln: Die ätherischen Öle in Salbei- und Kamillentee helfen gegen Entzündungen von Hals und Mandeln. Zwei Teelöffel Salbeiblätter oder Kamillenblüten in einem halben Liter Wasser aufkochen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Mehrmals täglich mit der heißen Flüssigkeit fünf bis zehn Minuten intensiv gurgeln, den Tee immer ausspucken.Alternative Medizin Bei leichten Schluckbeschwerden und Heiserkeit bringt ein sanftes Rauf- und Runterschieben mit Daumen und Zeigefinger links und rechts am Hals (drei bis fünf Minuten) Linderung. Anschließend eine Minute lang sehr sanft den Akupressurpunkt direkt unterhalb des Ohres am Hals drücken.Wann zum Arzt? Wer Fieber, sehr stark geschwollene Mandeln oder tagelang keine Stimme mehr hat, sollte zum Arzt gehen.FieberReichlich trinken. Als Faustregel gilt: Bei einer Temperaturerhöhung von je einem Grad Celsius über 37,0°C sollten Sie zusätzlich 0,5 bis 1 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken. Am besten sind Wasser oder Kräutertees.Essigwickel: Wenn das Fieber über 39°C steigt, sollte man feuchte Wadenwickel machen. Diese leiten durch Verdunstungskälte Hitze aus dem Körper ab und schaffen so einen Temperaturausgleich. Wichtig ist, dass der ganze Körper einschließlich der Füße bei der Behandlung warm bleibt. Und so funktioniert es: kaltes Wasser und Obstessig zu gleichen Teilen mischen. Geschirrtücher darin tränken, auswringen und um die Waden wickeln. Darum herum je ein Frotteehandtuch schlagen. Die Wickel wechseln, bevor sie warm werden. Es genügen meist drei Wickelvorgänge, um das Fieber zu senken.Schwitzkur: Lindenblüten- oder Holunderblütentee sind die klassischen "Fiebertees". Sie sollen dem Körper helfen, eine Infektion über Nacht auszuschwitzen. Zwei Teelöffel der Blüten mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Vor dem Einschlafen trinken, einen warmen Schlafanzug anziehen und sich gut zudecken.Wunder-Wurzel: Als wirksame Wunderwaffe gegen Husten, Bronchitis und Fieber gilt Ingwer. Er wirkt schleimlösend und fiebersenkend. Dafür den Ingwer mit warmem Wasser überbrühen, 3 bis 5 mal täglich einzunehmen.Alternative Medizin Bei erhöhter Temperatur mit Blässe und gelegentlichem Frieren hilft das homöopathische Mittel Aconitum C6 (alle halbe Stunde zwei Kügelchen). Wer stark schwitzt und eher ein rotes Gesicht hat, sollte lieber Belladonna C6 nehmen (gleiche Dosierung).Bei mäßigem Fieber kann Jin Shin Jyutsu helfen: Hierfür die Finger der linken Hand etwa fünf Zentimeter rechts der Wirbelsäule auf den Beckenrand und die Finger der rechten Hand rechts vom Schambein auflegen. Mindestens drei Minuten halten, eher länger, bis ein gleichmäßiges Pulsieren zu spüren ist. Dann die Finger und die Seiten wechseln. Diese kleine aber sehr effektive Übung kann auch mehrfach am Tag wiederholt werden.Wann zum Arzt? Starkes Krankheitsgefühl, Benommenheit, Atemnot und anhaltendes Fieber über 39°C sind definitiv ein Fall für Ärztin oder Arzt. Falls der Mediziner keine Hausbesuche macht, nehmen Sie zur Sicherheit ein fiebersenkendes Mittel, bevor Sie sich auf den Weg begeben.------------------------------
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