Bis Ende 2017 soll alles online buchbar sein
Von den Bürgerämtern lernen, heißt Siegen lernen: Der Senat vergibt seit ein paar Monaten alle Bürgeramtstermine im Internet, alles läuft über eine zentrale Homepage wie geschmiert. Zumindest die Schlangen von wütenden Bürgern sind verschwunden. Das Behördenchaos ist vorüber. Dasselbe hat der rot-rot-grüne Senat jetzt mit den Standesämtern vor, um das Chaos auch dort zu beseitigen: Alle Termine sollen bis spätestens Ende 2017 online buchbar sein. Das geht aus einem Antrag von SPD, Linken und Grünen hervor, der dem KURIER exklusiv vorliegt.
Der Antrag soll kommenden Donnerstag zur Plenarsitzung eingebracht werden. Darin heißt es weiter, dass alle Berliner bis Ende 2017 ein persönliches Service-Konto erhalten, über das sie bequem im Internet möglichst viele Abläufe abwickeln können. Dazu zählen eben auch die Standesamttermine.
„Wir arbeiten am Limit“
Sogar mit einer Handy-App sind Termine buchbar. „Es soll eine Untersuchung der Abläufe durchgeführt werden“, steht außerdem in dem Papier. Heißt: Man nimmt die Arbeitsabläufe in den Standesämtern unter die Lupe. Und die Untersuchung scheint bitternötig. Noch müssen Verliebte einen Termin für die Trauung Monate vorher buchen und dafür auch noch lange anstehen. Der personelle Situation ist in viele Standesämtern schlecht.
Der Grund: Die Zahl der Paare in Berlin stieg und stieg in den vergangenen Jahren. 2016 heirateten etwa 15.000 Paare in Berlin (900 Lebenspartnerschaften), 2007 waren es 11 500 Ehen. „Wir arbeiten am Limit“, so eine Standesamtsleiterin.
Rot-Rot-Grün freut sich über das Online-Standesamt, das es bald gibt. Clara West (SPD) setzte sich dafür ein: „Das wird dann so leicht wie Online-Banking. Die Berliner müssen nur noch zum Amt, wenn es nicht anders geht. Es bleibt mehr Zeit für die, die sich im Internet nicht zurecht finden.“
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