Wenn Drogen im Gefängnis gefunden würden, werde in jedem Fall die Polizei geholt, der Häftling angezeigt und der Fund beschlagnahmt, erklärte der Senat. Werde jemand von außen beim Einschmuggeln erwischt, erhalte er Hausverbot.
Anteil ausländischer Gefangener gestiegen
Die Senatsjustizverwaltung listete außerdem knapp 50 Angriffe und Schlägereien zwischen Gefangenen und 28 Angriffe von Gefangenen auf Wärter auf. Solche Vorkommnisse und Konflikte zwischen Gefangenen und Bediensteten hätten vielfältige Ursachen wie das meist sehr geringe Bildungsniveau der Gefangenen, fehlende Strategien zur Konfliktlösung, psychische Erkrankungen und fehlende Deutschkenntnisse. Zudem sei der Anteil ausländischer Gefangener gerade im Bereich der Untersuchungshaft weiter gestiegen.
Kommunikation über Abläufe und Regeln sehr aufwendig
Die Kommunikation über Abläufe und Regeln im Gefängnis sei daher sehr aufwendig, oft gebe es Probleme, so der Senat. „Dies führt bei Gefangenen zu Frustrationserlebnissen, die zum Teil in körperliche Auseinandersetzungen münden.“ Mehr Deutschkurse, Umbauten und mehr Personal sollen die Situation verbessern.
Die Leiterin des großen Berliner Untersuchungsgefängnisses Moabit, Anke Stein, gab in der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) zu: „Man bekommt im Gefängnis fast alles, Handys, Drogen, Sex. (...) Es ist natürlich alles teurer als draußen. Etwa das Doppelte. Für Drogenhändler sind wir ein attraktiver Markt. Viele Abnehmer, ein Monopol. Es ist wirtschaftlich interessant, hier jemanden zu haben, der einem die Geschäfte organisiert.“
Einschmuggeln sei nicht zu verhindern
Verhindern ließe sich das Einschmuggeln nicht, sagte Stein. „Wir fischen viel ab. Aber die Dinge kommen auf allen Wegen rein. Sie können ja nicht Besuche von Rechtsanwälten nur noch in Gegenwart von Personal zulassen oder alle von oben bis unten filzen, jeden Besucher, jeden Handwerker, jeden Staatsanwalt. Wir verhindern bereits häufig, dass Sachen von draußen über die Mauer geworfen werden. Wir wollen aber auch nicht, dass man über die ganze Anstalt Netze spannt.“
(dpa)
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