Schlagabtausch bei Facebook

Der Rammstein-Zoff

Wie eine launige Premierenkritik Simone Thomalla und Björn Casapietra entzweite.

Karim Mahmoud
Lesezeit 2 Min
Simone Thomalla und Björn Casapietra stritten im Internet über eine  Rammstein-Kritik.

Simone Thomalla und Björn Casapietra stritten im Internet über eine  Rammstein-Kritik.

© dpa

Der Sänger gepflegter italienischer Kose-Lieder schaltete sich um 11.16 Uhr in eine Debatte ein, die seit Donnerstag, 15.13 Uhr, im Internet toste.

Eher tastend als tobend, so wie ihn  seine  Fans kennen, schlug sich der   Balladenbarde auf die Seite eines Spiegel-Online-Reporters. Der hatte sich eines Verbrechens schuldig  gemacht, das unter Fans der „Neuen deutschen Härte“  nicht ungestraft bleiben kann: Jens Balzer hatte der Band  Rammstein  „nazideutsch“-martialisches „Rollen des ,R’“ und  eine „weitgehend sinn- und besinnungslos vor sich hin knallende und qualmende Überwältigungsästhetik“ vorgeworfen.

Konkret schrieb der Pop-Kolumnist über die Volksbühnen-Premiere des Musikfilms  „Rammstein: Paris“:  „Rammstein sind die Urszene von Pegida und AfD – und daran ändert auch nichts, dass sie aus Ostberlin und der Punkszene kommen und sich auf Nachfrage als Linke bezeichnen.“

Was folgte, war ein Orkan der Empörung, dem sich auch Rammstein-Verehrerin   Simone Thomalla anschloss.  Casapietra tat nun folgendes. Er stupste die Schauspielerin auf Facebook an, höflich: „Journalisten dürfen vor allen Dingen ihre Meinung sagen und ihre Eindrücke wiedergeben. Ich finde den Artikel treffend. Und zwar in jedem einzelnen Satz.“  

Exakt 16 Minuten später kam Thomallas Antwort zurückgebeamt – sie fiel wie ein Erdrutsch über Björn Casapietra her (Screenshot). Leider war sie  nicht die Einzige, die ihm brachial über den Mund fuhr ...  

Merke: Mit Höflichkeit  kommt man im Web  nicht weit. Wer sich Gehör verschaffen will, sollte das weitgehend sinn- und besinnungslos tun – und entsprechend auftreten. Wie Rammstein eben. KM

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