Der Sänger gepflegter italienischer Kose-Lieder schaltete sich um 11.16 Uhr in eine Debatte ein, die seit Donnerstag, 15.13 Uhr, im Internet toste.
Eher tastend als tobend, so wie ihn seine Fans kennen, schlug sich der Balladenbarde auf die Seite eines Spiegel-Online-Reporters. Der hatte sich eines Verbrechens schuldig gemacht, das unter Fans der „Neuen deutschen Härte“ nicht ungestraft bleiben kann: Jens Balzer hatte der Band Rammstein „nazideutsch“-martialisches „Rollen des ,R’“ und eine „weitgehend sinn- und besinnungslos vor sich hin knallende und qualmende Überwältigungsästhetik“ vorgeworfen.
Konkret schrieb der Pop-Kolumnist über die Volksbühnen-Premiere des Musikfilms „Rammstein: Paris“: „Rammstein sind die Urszene von Pegida und AfD – und daran ändert auch nichts, dass sie aus Ostberlin und der Punkszene kommen und sich auf Nachfrage als Linke bezeichnen.“
Was folgte, war ein Orkan der Empörung, dem sich auch Rammstein-Verehrerin Simone Thomalla anschloss. Casapietra tat nun folgendes. Er stupste die Schauspielerin auf Facebook an, höflich: „Journalisten dürfen vor allen Dingen ihre Meinung sagen und ihre Eindrücke wiedergeben. Ich finde den Artikel treffend. Und zwar in jedem einzelnen Satz.“
Exakt 16 Minuten später kam Thomallas Antwort zurückgebeamt – sie fiel wie ein Erdrutsch über Björn Casapietra her (Screenshot). Leider war sie nicht die Einzige, die ihm brachial über den Mund fuhr ...
Merke: Mit Höflichkeit kommt man im Web nicht weit. Wer sich Gehör verschaffen will, sollte das weitgehend sinn- und besinnungslos tun – und entsprechend auftreten. Wie Rammstein eben. KM
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