Im „Nickerchen“ an der Zimmerstraße deckt Irina Ivachkovets müde Großstädter zu. Kaum hat man die Schuhe im Regal abgestellt, befinden sich Kopf und Körper im Entspannungsmodus. Leise Klänge, heimeliger Duft und dieser dicke Teppich, der jedes Geräusch dämpft, lassen Bürostress abfallen. Nach einem Gespräch mit der Schlaf-Fee, bei dem man abmacht, wann geweckt wird, bringt Irina die Kurz-Schläfer in die Koje. Zehn Schlafabteile hat die 34-Jährige liebevoll eingerichtet. Ich checke in Wolke Nummer sieben ein. Nachdem mich Irina zugedeckt hat, strecke ich mich auf der bequemen Matratze. Die nächsten zwanzig Minuten gehören mir. „Lieber nicht länger schlafen“, rät Irina, „sonst kommt man in die Tiefschlafphase und braucht eine Weile zum Wachwerden.“ Nach einem Nickerchen allerdings starte man konzentrierter durch, weiß Ivachkovets aus Erfahrung. Früher jettete die Kulturwissenschaftlerin um die Welt, arbeitete im Flieger, schlief auf einer Yogamatte im Büro. Jetzt lässt sie es entspannter angehen. „Der Bedarf nach öffentlichem Raum, in dem wir uns ausruhen können, ist groß“, glaubt sie.
Für 8 Euro gibt es frische Bettwäsche, Tee, Ohrstöpsel und Schlafbrille sowie 20 Minuten Schlaf. Zimmerstraße 26, Mo - Fr von 11.31 Uhr bis 19 Uhr. SHI
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com