Manch einer wollte sogar ein feuchtes Schimmern in den Augen des hartgesottenen Westfalen erkannt haben auf der Stadiontour. Wenn man ihn hätte dazu befragen können, hätte er das sicher verneint. Aber einer Befragung entzog er sich am Ende des Tages so blitzartig wie sonst nur seine Kicker, wenn Platz drei immer gefährlich nur in Reichweite kam. „Wir haben uns gegenseitig applaudiert“, fasste Neuhaus den emotionalen Moment nüchtern zusammen. Und grinste danach wie ein Honigkuchenpferd.
Es schmeichelt seiner Eitelkeit, dass er nicht nur in Köpenick gefeiert, sondern sofort bei anderen Klubs (1860 München und Eintracht Frankfurt) gehandelt wird. Auch wenn er betont , dass er noch nicht mit irgendeinem Verein verhandelt habe.
Was noch nicht ist, wird noch kommen. Fürs Rentnerdasein ist der Mittfünfziger viel zu umtriebig. Und wenn seine Truppe sich immer so engagiert gezeigt hätte wie gegen die Roten Teufel, würde er vielleicht noch in sein achtes Jahr bei Union gehen.
Doch zu glauben, dass die Mannschaft für ihren scheidenden Trainer gespielt hat, ist ein Trugschluss. Die hat nur für sich selbst gespielt. „Nach den letzten Spielen waren wir uns das schuldig“, sagt Torwart Daniel Haas.
Witzigerweise ließen die Schlussminuten erahnen, was in Zukunft möglich sein könnte mit Köpenicker Jugendstil. Wenn man ihn denn konsequent gefördert hätte. Am Ende – bei einem der nicht gut zu Ende gespielten Konter – wirbelten die Youngster Christopher Quiring, Björn Jopek und der rotzfreche Eroll Zejnullahu bei seinem Saisondebüt die Lauterer Hintermannschaft recht ordentlich durcheinander, vergaßen nur, deren Keeper Sippel ernsthaft zu prüfen. Eine Aufgabe, die der Nächste, der auf Neuhaus’ verwaistem Stuhl Platz nehmen wird, nun angehen muss.
Uwe Neuhaus saugt sichtlich alles an Atmosphäre auf, die er noch in der Försterei kriegen kann.
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Ein bisschen Warmlaufphase braucht er schon, dann ist Uwe Neuhaus auch emotional im Spiel drin. Assistent André Hofschneider bleibt eher gewohnt cool.
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Gute Laune auch vor dem TV-Mikro mit Präsident Dirk Zingler (l.).
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Als Sören Brandy verletzt raus muss, muntert der Trainer seinen Stürmer mit einem Klaps auf.
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Daumen hoch! Uwe Neuhaus geht nach dem Schlusspfiff auf die Stadionrunde, feiert mit den Fans.
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Da war alles gut: Brandy vernascht zwei Lauterer und trifft zur Führung.
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