Um kurz nach 20 Uhr riefen Augenzeugen die Polizei nach Westend. Sie hatte einen lauten Knall gehört – und vernommen, wie Glas splitterte. Als sie sich umsahen, entdeckten sie einen Mann, der mit dem Oberkörper in der Seitenscheibe eines VW steckte. Ein Komplize stand in der Nähe Schmiere.
„Die Täter sahen sie Zeugen, ergriffen die Flucht“, sagte eine Sprecherin der Polizei dem KURIER. Doch die nahmen die Verfolgung auf. Auf dem Weg entledigten sich die beiden Diebe (38 und 43) eines Rucksacks.
Kurze Zeit später konnten die alarmierten Beamten die Männer ganz in der Nähe festnehmen. Auch der Rucksack wurde gefunden – darin befand sich ein gestohlenes Navigationsgerät.
Kein Einzelfall. In der Kriminalstatistik der Polizei wurden im vergangenen Jahr 36427 Fälle von Diebstahl in und aus Kraftfahrzeugen erfasst – etwa 400 mehr als im Jahr 2013. Nur 1484 Fälle konnten aufgeklärt, die Täter überführt werden.
„In über der Hälfte der Fälle wurden fest eingebaute oder mobile Navigationsgeräte entwendet“, heißt es in der Analyse der Fallzahlen. Der durchschnittliche Schaden lag bei 1083 Euro – die Schadenshöhe aller Fälle betrug über 34 Millionen Euro.
Aber: Wie kann man sich vor den Dieben schützen? Hinter den fiesen Klau-Attacken stecken oft organisierte Banden. Ein Hinweis der Polizei: „Entfernen Sie beim Verlassen Ihres Fahrzeugs mobile Navigationsgeräte und nach Möglichkeit auch deren Halterungen. Lassen Sie keine Wertsachen im Auto zurück. Schaffen Sie keine Anreize für potenzielle Diebe durch gut sichtbare Gegenstände wie Jacken oder Taschen im Fahrzeuginneren, auch wenn diese nach Ihrer Auffassung keine besonderen Werte darstellen oder beinhalten.“ Auch ein offenes und leeres Handschuhfach könne eine Möglichkeit sein, den Anreiz für die Diebe zu verringern. Wer ein abnehmbares Navigationsgerät nutzt, sollte nach dem Entfernen laut Diebstahl-Experten sogar den Abdruck des Saugknopfes an der Scheibe abwischen – für Kriminelle könne dieser ein Hinweis darauf sein, dass sich im Wagen ein Gerät befindet.
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