Krimis im Fernsehen interessieren ihn eigentlich nicht. Doch hat Wolfgang Stumph (72) eine kriminelle Ader und kann von Krimi-Drehs nicht lassen. „Ich bin ein Rückfalltäter“, sagt der Star dazu, dass er wieder in die Paraderolle des TV-Ermittlers Stubbe geschlüpft ist.
Nach vier Jahren Pause zeigt das ZDF mit „Tod auf der Insel“ am 22. Dezember (20.15 Uhr) einen neuen Stubbe-Krimi. Dabei wollten vor vier Jahren der Sender und Hauptdarsteller Wolfgang Stumph die Reihe nach 50 Folgen samt Kommissar für immer in Rente schicken.
Im Unruhestand statt in Rente
Wie kam es plötzlich zu dem Sinneswandel, die Reihe neu zu beleben? „Eigentlich sollte man ja aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagt Stumph. „Aber ich bin oft gefragt worden, wie es Stubbe im Ruhestand geht. Insofern bin ich nun ein Rückfalltäter und im Unruhestand statt in Rente.“
So wie sein pensionierter TV-Ermittler Stubbe. „Ich erzähle die Lebensgeschichte eines Ruheständlers mit jüngerer Frau, arbeitswütig wie er. Er kommt mit der Auszeit nicht klar, die sich beide gerade nehmen“, sagt Stumph. Mittendrin passiert ein Mord.
Stumph hat viele Filmprojekte
Ein Beziehungsproblem mit Leiche: Der Krimi ist ganz nach Stumphs Geschmack. „Mir sind 90 Minuten Beziehungsprobleme lieber als neun Leichen in 90 Minuten“, sagt er.
Im kommenden Jahr ist Stumph als Dokumentarfilmer unterwegs. „Grenzen Los“ heißt sein Film zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.
„Ich suche Menschen, die sich auf Fotos vom 9. November 1989 wiedererkennen, will wissen, wie sie den Mauerfall erlebt haben“, sagt Stumph. Außerdem steht er für das Remake von „Alfons Zitterbacke“ vor der Kamera. Einen bösartigen Opa spielt er im Film „100 Dinge“. „Dazu kommen noch viele weitere Filme und Themen, die mich bewegen“, sagt er.
Hausmann für ein paar Wochen
Für Stumph gibt es auch daheim keinen Ruhestand. „Ich habe gerade sechs Wochen Haushalt und Familienbetrieb geschmissen, weil eine Schulter-OP meine Frau außer Gefecht gesetzt hat“, sagt der Schauspieler.
Einkaufen, Wäsche waschen, putzen: „Alles, was ich bis dahin im Haushalt unterschätzt habe, musste ich selbst erledigen“, sagt der Schauspieler. „Da habe gemerkt, was für ein Job das ist, was Frauen alles so leisten müssen, um dem Ehemann den Rücken freizuhalten und ihn zu unterstützen. Dabei musste ich nicht mal noch zwei Kinder erziehen.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com