Deutschlands großer Filmschauspieler in seiner schwierigsten Rolle: Sebastian Koch (52) ist Alfred Nobel (1833 – 1896) – der Mann, der den Weltfrieden wollte und mit einer Erfindung (Dynamit) den Krieg revolutionierte.
Die ARD erzählt diese packende Geschichte in „Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel“ (Sa, 20.15 Uhr).
Berliner KURIER: Die Geschichte von Nobel ist hochaktuell. Sein Vater verdiente ein Vermögen mit dem Krimkrieg. War es das, was Sie an der Rolle gereizt hat?
Koch: Ehrlich gesagt: nein. Es war vor allem Alfred Nobel, dieser kauzige, zugleich fast kindliche und weise Mensch, der einsam in seiner Villa saß, für den sein Leben das Labor, das Erfinden war. Er besaß einen wunderbaren Humor, konnte über sich und die Welt lachen – und er hasste die Dummheit – wohl einer der Hauptgründe, warum es den Nobelpreis gibt.
War Nobel erfolgsbesessen?
Erfolg im herkömmlichen Sinne war ihm nicht so wichtig. Zu sehr war er auf seine Arbeit, auf das Forschen und Erfinden fokussiert.
Welche Formen der Besessenheit haben Sie an sich selbst ausgemacht?
Wenn ich eine Möglichkeit sehe, wie man es besser machen könnte, kann ich nur schwer die Klappe halten. Ich kämpfe dann mit allen Mitteln dafür, und nur sehr gute Argumente können mich beruhigen.
Wie Nobel meiden Sie den Lärm großer Abendgesellschaften ...
Was wird denn auf diesen vielen Society-Abendgesellschaften verhandelt? Doch meistens das, was man schon weiß. Man sieht sich einmal die Woche, lächelt in die Kameras und erzählt sich den neuesten Tratsch. Auf Dauer ist das ziemlich langweilig.
Es ist eine Ironie der Geschichte, dass der Mann, der den Krieg hasste, ihn mit Dynamit revolutionierte.
Ja, da konnte er sich ethisch und moralisch nicht mehr herausreden – da war ihm der erfolgreiche Erfinder offensichtlich näher als die Moral und der Pazifist.
Macht Ihnen das Angst, dass – obwohl es einen Friedensnobelpreis gibt – Kriege wieder näher rücken?
Offensichtlich sind die Menschen nicht oder noch nicht in der Lage, friedlich zusammenzuleben.
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