Nu, jetzt wird er Rentner, Aber von Ruhestand will Hilmar Eichhorn gar nichts hören. „Das klingt, als ob man gleich eingeschläfert wird.“ Der Theater- und Filmschauspieler sitzt auf der Terrasse seines Hauses in Freital, blickt auf die Hügellandschaft: „Hier sitze ich am liebsten im Sommer. Ich liebe meine Heimat, die Sprache“, sagt der Künstler, der seit 1992 zum Ensemble des Neuen Theaters in Halle/S. gehört, Sonntag 65 Jahre alt wird.
„Die Pendelei hört im nächsten Frühjahr auf“, sagt er. Sein Vertrag in Halle läuft noch für eine Spielzeit. „Dann ist das aktive Theaterleben vorbei und ein neuer Abschnitt beginnt.“ Er will zwar keinen Ruhestand, „aber ich will freier sein.“
Immerhin steht er seit mehr als 40 Jahren auf der Bühne, vor Kameras oder Mikrofonen. „Das ist der Luxus an der Rente, die Freiheit, mir auszusuchen, was ich möchte und machen will.“
Der Künstler blickt zufrieden zurück. „Ich hab’ Erfolg gehabt und Glück.“ Dabei war sein erster Versuch an der späteren Schauspielschule Ernst Busch in Berlin gescheitert. „Die wollten mich nicht wegen Unreife.“
Dann führt ihn der Lebensweg doch in die Schauspielerei. 1974 ist er der junge Goethe im Defa-Film „Lotte in Weimar“. 1981 dann der Udo in der TV-Serie „Jockei Monika“. Die Rolle des jugendlichen Liebhabers, der Pferdemädchen Monika umwirbt, macht den Lockenkopf zum Publikumsliebling.
Hilmar Eichhorn: Einmal hat es sogar mit Hollywood geklappt
„Vom Typ her bin ich mehr Komödiant, zum Glück aber nie in eine Schublade gesteckt worden.“ Vor allem Theater habe er immer in großer Bandbreite spielen können.
Fünf Monate vor dem Mauerfall geht er mit Familie aus der DDR nach Hamburg. „Ich hatte mit Anfang 30 das Gefühl, nicht mehr weiterzukommen.
Hilmar Eichhorn (mit Karl-Fred Mülller) als Chef der Grenztruppen im Stück „Bornholmer Straße“, das 2015 in Halle aufgeführt wurde.
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Ich habe nicht eingesehen, dass ich durch den Zufall der Geburt ausgesperrt von der Welt sein sollte, nicht nur territorial, sondern auch kulturell.“
1990 bis 1992 ist er am Nürnberger Theater engagiert. Als sein Kollege Peter Sodann ihm aber einen Vertrag als Schauspieler und Regisseur im Neuen Theater anbietet, geht Eichhorn zurück in den Osten.
Einmal hat es sogar mit Hollywood geklappt – als Emil Jannings im Kriegsfilm „Inglourious Basterds“: „Als der Anruf kam, dass Quentin Tarantino mich treffen will, hielt ich das für einen Scherz“, erinnert sich Eichhorn. An die Zusammenarbeit mit Tarantino erinnert Eichhorn gut. Er habe ihm das vorgespielt, was er wollte. „Er ist ein positiv Verrückter.“
Die Locken sind passé, aber dynamisch ist Hilmar Eichhorn auch vor seinem 65. Geburtstag.
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Jetzt will er sich im Fitness-Studio austoben, und weiter arbeiten. Wo, sagt er nicht, nur: „Hollywood hat noch nicht wieder angerufen.“
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