Ab Freitag bis zum 9. September zeigen über 1500 Aussteller auf der Consumer Electronics Unlimited, wie die Internationalen Funkausstellung jetzt offiziell heißt, ihre technischen Neuheiten auf dem Messegelände rund um den Funkturm.
Seit vielen Jahrzehnten ist die IFA der Ort, auf dem Innovationen Premiere feierten. Der erste Fernseher, das erste Autoradio, dann der erste Farbfernseher, der Videorekorder oder die CD. Auch für dieses Jahr haben die Aussteller sehr interessante Highlights angekündigt. Der KURIER-Reporter stellt einige der Innovationen vor.
Das Fernsehen wird viermal schärfer: Private und öffentlich-rechtliche TV-Stationen senden mittlerweile flächendeckend in HD-Qualität. Doch damit ist die Grenze längst noch nicht erreicht. Mittlerweile stellen Samsung, Sony, LG, Panasonic & Co. auf der IFA ihre neue 4K-Generation vor. Das bedeutet HD-Qualität mal vier, 8 Millionen Bildpunkte. Die Bildqualität der ausgestellten Geräte ist überwältigend und fast jeder Hersteller hat seine Besonderheiten, die für eine noch bessere Darstellung sorgen.
Samsung setzt auf Nano-Crystal-Display-Technologie, Panasonic nutzt neuartige LEDs mit einer speziellen Phosphormischung, die einen Farbraum wie bei Kinoproduktionen abdecken und LG punktet mit selbstleuchtenden Pixeln, die für perfekte Schwarztöne und lebensechte Farben sorgen.
Allerdings greifen alle bei der Präsentation auch auf ausgewähltes Filmmaterial zurück. Denn noch gibt es keinen TV-Sender, der in dieser Qualität sendet und auch die ersten HD-Blu-rays wird es wohl kaum vor Ende des Jahres geben. Doch sie werden Realität, denn mit Pearl.TV wurde der Start des ersten 4K-Senders zur IFA angekündigt. Allerdings ist es nur ein Homeshopping-Kanal. Wann frei empfangbare Sender auf diesen Standard senden steht noch nicht fest. Ein Blick auf die Geräte lohnt sich auf jeden Fall, aber mit dem Kauf kann man ruhig noch warten.
Damit sie in Zukunft nicht in die Flachbild-„Röhre“ gucken: Ob herkömmlich gerade oder „Curved“ – Hersteller und Verkäufer werben gerne mit drei integrierten Tunern für Kabel, Satellit und DVB-T, damit auch alle empfangbaren Quellen abgedeckt sind. Doch Vorsicht! Der terrestrische Sendestandard in seiner jetzigen Version ist ein Auslaufmodell. Der neue Standard DVB-T 2, mit dem dann auch HD-Fernsehen über Antenne möglich wird, soll schon im Juni kommenden Jahres mit der Fußball-EM bei ARD und ZDF starten.
Die bisherigen DVB-T-Tuner sind dafür aber nicht geeignet. Wer auf diesem Wege seine Sender empfängt, sollte bei einem Neukauf also auf jedem Fall darauf achten, dass der Fernseher auch DVB-T2 empfangen kann. In den Läden ist dieser Standard bisher kaum üblich, aber auf der IFA stellen jetzt die ersten Hersteller auch Geräte vor, die diesen Standard dann empfangen können.
Grundig beispielsweise hat angekündigt, dass in den neuen Geräten auch der DVB-T 2Tuner verbaut sein wird. Zudem bietet Grundig die Triple-Tuner auch gleich im Doppelpack in den Geräten an. So kann das zweite Signal an ein mobiles Endgerät oder einen zweiten Fernseher gestreamt werden. Oder man nutzt Möglichkeit wie, auf dem Bildschirm zwei Kanäle laufen zu lassen oder einen Kanal zu sehen und den anderen per USB aufzunehmen.
Wenn sich die Waschmaschine auf dem Smartphone meldet: „Home Connect“ lautet ein weiteres Zauberwort der IFA. Das Internet der Dinge – die modernen Geräte werden vernetzt, damit Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner und Kaffee-Vollautomat mit den Hausbewohnern kommunizieren können. Dank vernetzter Welt, Smartphones und Apps ist es kein Problem mehr, von unterwegs zu kontrollieren, ob er der Herd auch ausgeschaltet ist oder die Waschmaschine gestartet werden kann – füllen muss man sie allerdings immer noch selbst.
Ab jetzt dosiert die Waschmaschine der „EditionConn@ct“ von Miele mit dem ersten vernetzten Dosiersystem der Welt das Waschmittel selbstständig, so wird weniger verbraucht, denn wir kennen unsere Macke, lieber einen Löffel mehr ins Fach zu geben. In Zukunft gibt es Behälter in der Maschine, die gefüllt werden.
Die automatische Dosierung spart bis zu 30 Prozent Waschmittel. Wenn es dann doch knapp wird, meldet sich die Waschmaschine natürlich auch auf dem Smartphone und mit drei Klicks ist der Nachschub bestellt. Die Waschmaschine verbindet sich mit dem hauseigenen Router, so dass keine zusätzliche Hardware erforderlich ist.
Den Körper ständig unter Kontrolle haben: Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich die sogenannten Wearables. Fitness-Tracker, Smartwatch und andere Geräte erhalten immer mehr Funktionen, sind per App vernetzt und können so besser Auskunft von Fitness bis zum erholsamen Schlaf geben.
Medisana, einer der führenden Spezialisten im Home Health Care-Markt, stellt auf der IFA seine innovativen „Connect“-Produkte vor. Dazu gehört in diesem Jahr auch der Beddit Schlafsensor. Er misst und analysiert die Schlafgewohnheiten. Dazu gehören unter anderem Herzschlag, Atemfrequenz, Bewegungen, Geräusche. Jeden Morgen ermittelt er dann den persönlichen Schlaf-Score.
Die App gibt dabei Tipps und und hilft so, Schlafqualität sowie Fitness nachhaltig zu steigern. Das Geheimnis des wissenschaftlich erprobten Sensors sind die patentierten Algorithmen. Beddit misst kleinste Atem- und Herzschlag-Bewegungen (Ballistokardiografie) und verwandelt sie in verlässliche Schlaf- und Wellness-Analysen. So werden etwa die Einschlafzeit und die Leicht- und Tiefschlafphasen analysiert – Atemfrequenz und individuelle Schnarcherkennung inklusive.
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