Otto Müller wollte eine Tanne für Toleranz – sie wurde geklaut, geschändet und verlacht.
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Beim Aufstellen des Baumes am 14. Dezember nahm auch der Bezirksbürgermeister teil.
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Der erste Baum wurde geklaut und wenige hundert Meter weiter hingeschmissen.
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Sieben Mal marschierte die „Bürgerbewegung Marzahn“ durch den Kiez. Mit menschenverachtenden Parolen, in Spitzenzeiten schlossen sich mehr als 1000 Menschen an. Darunter auch bekannte Neonazis wie der Berliner NPD-Chef. Die Folge: Marzahn galt deutschlandweit plötzlich als rechtsextreme Keimzelle.
Ein Zustand, den Otto Müller nicht ertragen konnte. Seit Jahren lebt der 35-Jährige in Marzahn. Mit anderen Nachbarn kam er auf die Idee eines „Wunschbaumes“ am Blumberger Damm. „Wir wollen einen neutralen Anlaufpunkt für Anwohner schaffen, im Sinne der Nächstenliebe. Er sollte Treffpunkt zwischen Nachbarn werden und mit Wünschen behangen werden. Damit Marzahn wieder positive Schlagzeilen schreibt.“
Der Einfall schlug ins Gegenteil um. Am 14. Dezember wurde der Baum aufgestellt, nur wenige Stunden später hingen Zettel wie „Nein zum Heim!“ daran. Müller: „Genau das wollten wir nicht.“ Es kommt schlimmer. Nur wenige Tage später wird die 5-Meter-Tanne gestohlen, lieblos weggeworfen. Müller will nicht aufgeben. „Wir organisierten einen zweiten Baum und stellten sie am gleichen Ort auf.“
Dieses Mal dauerte es keine zwei Tage. Wieder wurde die Tanne, in der Nacht zum Heiligen Abend, geschändet. „Die Täter sägten viele Äste ab. Peinlich.“ Seit Tagen steht er nun da, der Baum der Schande, hat sich vom Symbol der Solidarität zum Krüppel gewandelt.
Müller ficht das nicht an: "Letztlich zählt der Gedanke.“ Und der wird getragen. Dienstag findet ein Sternsingen der römisch-katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde Marzahn am „Wunschbaum“ statt. Auch Bundestagsvize Petra Pau will dabei sein.
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