"Schalte mal runter!" Wie Freunde den Comedian am besten wieder auf den Teppich holen

Bastian Pastewka im KURIER-Interview

Horst Stellmacher
Lesezeit 3 Min

Köln Er ist wieder da. Bastian Pastewka (38), der Stille und Erfolgreiche in der lauten Comedy-Szene. In "Pastewka" (freitags, 22.15 Uhr, Sat.1) gibt er neue Einblicke in sein Leben - wobei die Grenzen zwischen Dichtung und Wahrheit fließend sind. Es ist die 5. Staffel der Serie, die bereits mit der "Goldenen Rose von Montreux" und dem Deutschen Fernsehpreis geadelt wurde.KURIER: Sie sind noch nicht mal 40 und zählen zu den beliebtesten Komikern im Lande. Keine Angst, dass die Pointen mal nicht mehr zünden?Bastian Pastewka: Doch die gibt es. Aber immer wenn ich denke: "Das war es jetzt", kommt ein Anruf von irgendeinem Callcenter-Heini, der mich fragt, ob er mit mir über meinen privaten Radio-Konsum sprechen darf. Ich stimme zu, öffne einen Rotwein und sage: "Sie sind bei mir richtig, los geht's!"Wie kommen Sie mit Ihrer Popularität privat klar? Wie erleben Sie Schulterklopfer und "Hallo-Bastian!"-Grüßer?Lustigerweise rufen die Leute oft meinen Nachnamen: "Ey, Pastewka!" Oder zuletzt auch mal "Ey, Pilawa!" Aber es gibt auch Begegnungen mit Menschen, die mir erklären, was ihnen in meiner Sendung gefällt und was auch nicht - mit denen komme ich gern ins Gespräch. Am liebsten kurz.Verwechseln Sie selbst auch schon mal Fernsehen mit Wirklichkeit?Meine engsten Freunde sagen mir manchmal: "Alter, jetzt schalte mal runter. Du bist nicht vor der TV-Kamera, du bist im normalen Leben, du bist hier sicher."Man vergleicht Sie oft mit Loriot. Seine Sketche sind immer noch erfolgreich. Waren Komiker früher besser?Ich glaube, dass Loriot in den 70er Jahren seine bahnbrechenden Sendungen machen konnte, weil es in der deutschen Komik noch viel mehr zu entdecken und erstmals zu persiflieren gab. Heute dagegen wird alles auf lustig gebürstet, selbst die Nachrichten nehmen sich nicht mehr so wichtig wie vor 30 Jahren. Aber Loriots Sketche waren so gut, dass sie einen Wertekanon des deutschen Humors geschaffen haben.Gibt es noch genug Nachwuchs?Es gibt viele gute Nachwuchstalente, aber ich wünsche mir eine(n), der mal wieder so richtig wütend ist und nicht den Stand-up-Stil von Mario Barth, Michael Mittermaier oder Harald Schmidt imitiert.Viele wünschen sich auch, dass Sie öfter mit Anke Engelke auftreten. Warum so selten?Für die Fans von "Wolfgang und Anneliese" habe ich gute Nachrichten: Anke und ich machen im Mai die nächste Show, sie wird "Fröhlicher Frühling" heißen. Für eine längere Reihe haben Anke und ich zu wenig Zeit - aber einmal im Jahr gibt's ein Special mit uns zweien.Wie lange wollen Sie weitermachen?Ich hoffe, ich schaffe es in die "Generation Heesters". Toll fand ich Jopies Reaktion, als er vor kurzem während einer Ehrung über eine Teppichfalte stolperte. Er drehte sich um und sagte: "Ja, Kinder, man ist halt keine 100 mehr."------------------------------

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