Vor dem Anpfiff wirkt Klinsmann offen und ehrlich: „Wir müssen uns jetzt hochziehen. Das ist enorm viel Arbeit für alle. Wir müssen sehen, dass es bei den Spielern in der Birne drin ist, dass man erst mal im Abstiegskampf steckt.“
Der Coach hat das Team gleich auf drei Positionen gegenüber dem 1:2 gegen Dortmund umgestellt. Maxi Mittelstädt, Marius Wolf und Per Skjelbred raus. Dafür Marvin Plattenhardt, Lukas Klünter und Ondrej Duda rein.
Ja, wirklich! Duda, der vergangene Woche nicht mal mehr im Kader war und der im Mittelfeldtrio mit Marko Grujic und Vladimir Darida unter Vorgänger Ante Covic nie überzeugen konnte. Klinsmann versucht es trotzdem mit den Dreien.
In der ersten halben Stunde gibt es nicht eine Torchance für Hertha. Torwart Thomas Kraft verhindert mit zwei Glanzparaden (20. und 27.) den Rückstand. Doch dann hat Plattenhardt auf der linken Seite eine gute Idee. Er steckt auf Grujic durch. Der Serbe gibt blitzschnell weiter zu Dodi Lukebakio. Der Belgier tunnelt rotzfrech aus spitzem Winkel Eintracht-Keeper Frederik Rönnow und trifft zum 1:0 (30.). Lukebakio springt beim Jubeln hoch und streckt die Faust nach vorn – so als wolle er die Krise mit einem Schlag wegboxen!
Dann der Schreck in der 38. Minute. Frankfurts Daichi Kamada trifft ins Tor, Schiri Christian Dingert gibt zunächst den Treffer, wird dann aber vom Kölner Video-Keller zurückgepfiffen. Vor dem Eintracht-Konter hat Filip Kostic Innenverteidiger Niklas Stark umgerissen. Daher völlig korrekt: kein Tor! Endlich hat Hertha mal kein Pech beim Videobeweis.
In der zweiten Halbzeit erhöht Marko Grujic dann auf 2:0 (63.). Sieg sicher? Nein! Martin Hinteregger köpft nur zwei Minuten später zum Anschlusstreffer ein – nach einer Ecke. Dann die nächste Kribbelszene. Kraft will eine Bogenlampe fangen, wird von Andre Silva geschubst und der Ball landet im Gehäuse. Schiri Dingert entscheidet auf Foul statt Tor (71.). Endlich haben die Blau-Weißen bei strittigen Situationen mal Glück. Ist das vielleicht auch der Klinsi-Effekt?
Doch Frankfurt drückt weiter und Sebastian Rode macht in der 86. Minute dann doch noch den Ausgleich zum 2:2 – wieder nach einer Ecke. Das Abwehrproblem gab es auch schon bei Covic. Daran muss gearbeitet werden. Schade, Hertha, da war ein Sieg drin.
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