Sara Mardini wieder frei

Die Helferin, die gerettet wurde

Die 23-Jährige saß 106 Tage in griechischer Untersuchungshaft. Jetzt ist sie zurück.

BK
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Sara Mardini am Mittwoch im Bard-College in Niederschönhausen.

Sara Mardini am Mittwoch im Bard-College in Niederschönhausen.

© Markus Waechter

In ihrer Hochschule, dem privaten Bard-College in Niederschönhausen, wurde sie von Kommilitonen und Freunden in Empfang genommen, die sich drei Monate lang für sie eingesetzt, Briefe geschrieben, ihr Mut gemacht, Kontakt zum Auswärtigen Amt und Bundespräsidialamt gehalten haben. 

Nach der Festnahme 

Zusammen mit ihrem griechischen Anwalt berichtete Sara Mardini von ihrer Haft – und davon, dass die Vorwürfe gegen sie falsch sind. Mardini, und ihren Mitstreitern werden Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Menschenschmuggel, Unterschlagung von Spendengeld und nicht zuletzt Spionage vorgeworfen.

Ende August wurde das gesamte Team festgenommen. Mittlerweile sind alle auf Kaution wieder frei. Mardinis Anwalt sagt: „Wir bestreiten alle Anschuldigungen.“ 

Nach ihrer Festnahme war Mardini zunächst auf Lesbos untergebracht. „In der Zeit war mein Bett mein Wohnzimmer, meine Bibliothek und mein Essraum – auch eine Erfahrung.“ Später saß sie in Athen im Gefängnis. Die Insel Lesbos hat 2015 bereits eine entscheidende Rolle in ihrem Leben gespielt. Damals flog sie mit ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Yusra von Damaskus in die Türkei.

Der Flüchtlingshilfe bleiben beide treu

Von dort setzten sie in einem Schlauchboot nach Lesbos über. Währenddessen fiel der Motor aus, das Boot drohte zu sinken. Die Schwestern – damals 17 und 20 Jahre alte Leistungsschwimmerinnen – zogen das Boot mit seinen 18 Insassen bis ans rettende Ufer.

Von Lesbos kamen die Schwestern nach Berlin, wo sie bei den Wasserfreunden Spandau 04 landeten. Sara gab den Sport auf und studierte, Yusra machte Karriere. Sie startete für das Flüchtlingsteam bei Olympia 2016 in Rio.

Der Flüchtlingshilfe bleiben beide treu. Yusra wurde UN-Sonderbotschafterin für Flüchtlinge, Sara ging zum Helfen nach Lesbos. Jetzt ist sie zurück in Berlin.  

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