David Hasselhoff

Berliner Kult-Museum wirft ihn raus

Weil der Star die Mauer nicht zu Fall brachte, flog er aus "Little Big City".

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 3 Min
Der US-amerikanische Schauspieler und Sänger David Hasselhoff.

Der US-amerikanische Schauspieler und Sänger David Hasselhoff.

© dpa

Der Ehrliche ist immer der Dumme. Die bittere Erfahrung macht auch „Baywatch“-Star David Hasselhoff (65). Gerade erklärte der US-Schauspieler und Sänger, er habe beim Silvester-Auftritt 1989 am Brandenburger Tor nicht die Mauer zum Fallen gebracht – und bekommt jetzt die Quittung dafür. Hasselhoff flog aus der Kult-Schau „Little Big City Berlin“.

Es ist die Ausstellung, die unter dem Fernsehturm die Berliner Geschichte en miniature zeigt. Dort war bisher auch Hasselhoff als Figürchen zu sehen. Quasi als Höhepunkt der Schau wurde da sein legendärer Silvester-Auftritt von 1989 im Kleinformat nachgestellt.

„Hier stand David Hasselhoff“

Als Clou drückten Besucher auf einen Knopf. Klein-Hasselhoff fing auf einem Kran zu leuchten an, schmetterte den Hit „Looking for Freedom“. Dann fiel ringsum die Mauer – als bildliche Umsetzung des überlieferten Zitats, der Star hätte mit dem Song die Berliner einstürzen lassen.

Seit Montag ist Hasselhoff nun raus aus der Museums-Show. Mit einem Karton, auf dem „Hier stand David Hasselhoff“ steht, wurde seine Figur verdeckt. Auf der Kran-Tribüne steht nun die Mini-Figur von Sängerin Nena, die 99 Luftballons in den Händen hält.

Silvester-Party 1989: Hasselhoff schwebt singend über die Mauer.

Silvester-Party 1989: Hasselhoff schwebt singend über die Mauer.

© dpa

Warum nun Hasselhoff aus „Little Big City Berlin“ verbannt wurde? Die Begründung klingt aberwitzig. Jahrelang hätte es von Seiten des Stars geheißen, er wäre für den Fall der Mauer mitverantwortlich gewesen.

Vor wenigen Tagen erklärte Hasselhoff, er war es nicht. „Wenn der Sänger sich aus seiner historischen Verantwortung stiehlt und plötzlich das Gegenteil behauptet, hat er in der Schau nichts mehr zu suchen“, heißt es in der Erklärung des Museums.

In „Little Big City“ wurde David Hasselhof mit einem Karton verdeckt. Nena kam als Ersatz. 

In „Little Big City“ wurde David Hasselhof mit einem Karton verdeckt. Nena kam als Ersatz. 

© Thomas Uhlemann

Denn die Aufgabe von „Little Big City“ sei es, „die wahre Berliner Geschichte abzubilden“. „Bis geklärt ist, wer nun wirklich für den Mauerfall verantwortlich ist, hält Nena auf der Bühne die Stellung“, sagt General-Managerin Anja Nitsch.

„Hasselhoff wird sich darüber garantiert ärgern"

Die Reaktion aus dem Hasselhoff-Lager folgte prompt. „Die ganze Aktion ist einfach peinlich und lächerlich für Berlin“, sagte ein Künstler-Agent, der mit Hasselhoff in Deutschland zusammenarbeitet.

Herbert Fechter, dessen Künstler-Agentur zu den führendsten in Österreich zählt und auch den Star betreut, sagte dem KURIER: „Hasselhoff wird sich darüber garantiert ärgern, wenn er dies erfährt.“ Das wird er sicher. Spätestens, wenn Hasselhoff in Berlin ist, seine Deutschland-Tour startet.

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