150.000 Quadratmeter

S-Bahn kämpft gegen Graffitis – mit der Spraydose

150.000 Quadratmeter Schmierereien – so viel beseitigt die S-Bahn pro Jahr. Mit einer neuen Technologie geht das seit Ende Februar schneller.

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Rund 4000 Graffitis im Jahr werden auf S-Bahnen in Berlin geschmiert.

Rund 4000 Graffitis im Jahr werden auf S-Bahnen in Berlin geschmiert.

© imago/Rüdiger Wölk

4000 Graffitis pro Jahr! 4000 mal beschmiert irgendwer in Berlin oder Brandenburg eine S-Bahn. Das sind fast 11 Graffitis am Tag, mit denen sich die Mitarbeiter herumärgern müssen. Das Problem: So schnell wie sie darauf kommen, kommen sie nicht wieder runter. Doch jetzt stellt die S-Bahn die Taktik um. Ihr Plan: Mit Spraydosen gegen Graffitis arbeiten.

Neue Strategie gegen Graffiti: Jetzt sprayt die S-Bahn Berlin zurück. Stefan Pink von der S-Bahn füllt dazu die passende Farbe in eine Spraydose.

Neue Strategie gegen Graffiti: Jetzt sprayt die S-Bahn Berlin zurück. Stefan Pink von der S-Bahn füllt dazu die passende Farbe in eine Spraydose.

© Nadja Wohlleben

Klingt absurd, macht aber absolut Sinn. „Die Technologie ist nicht neu, definitiv nicht. Allerdings sind wir die ersten bei DB Regio, die es einsetzen“, erklärt Stefan Pink von der S-Bahn im RBB. Statt mit Reinigungsmitteln und Farbpinseln werden Schmierereien jetzt einfach übersprayt.

150.000 Quadratmetern Graffitis in S-Bahn-Innenräumen

Denn: Im vergangenen Jahr hat die S-Bahn nach eigenen Angaben allein im Fahrgastraum der Züge Graffiti auf einer Fläche von etwa 150.000 Quadratmetern beseitigt. Zum Vergleich: Für die Verhüllung des Reichstags wurden 100.000 Quadratmetern Stoff verwendet.

„Wir wollen, dass sich unsere Fahrgäste in unseren Fahrzeugen wohlfühlen. Der Großteil unserer Flotte ist fabrikneu oder frisch modernisiert. Damit das so bleibt, gehen wir entschieden gegen Schmierereien vor. Unser Ziel ist, dass alle S-Bahnen wie neu aussehen“, meint S-Bahnchef Peter Buchner.

In der S-Bahn werden die Graffitis erst abgewaschen. Das, was dann noch zurückbleibt, wird übersprayt.

In der S-Bahn werden die Graffitis erst abgewaschen. Das, was dann noch zurückbleibt, wird übersprayt.

© Nadja Wohlleben

Das Problem ist, dass die Farbe, die für Tags verwendet wird, so tief in die Fahrzeugwand ein dringt, dass selbst nach der Reinigung noch Reste zu sehen sind. Bisher hat die S-Bahn die Überbleibsel der Tags konventionell übermalt. An schwer zugänglichen Stellen war es notwendig, die Sitze auszubauen, und die Farbe benötigte mehrere Stunden zum Trocknen. Daher war es nur bei längeren Werksaufenthalten möglich, Graffiti im Innenraum zu entfernen.

Maler sprayen in S-Bahnen

„Wir haben gemerkt, dass wir die alte Technologie verbessern müssen“, sagt Stefan Pink. Zu diesem Zweck hat die S-Bahn in den fünf Betriebswerkstätten in Wannsee, Oranienburg, Friedrichsfelde, Erkner und Grünau eigens einen Maler oder eine Malerin eingestellt, der bzw. die sich darauf spezialisiert hat, die Schmierereien im Innenraum der Züge verschwinden zu lassen.

Mit der Spraydose werden die Graffitis in der S-Bahn künftig einfach übersprayt.

Mit der Spraydose werden die Graffitis in der S-Bahn künftig einfach übersprayt.

© Nadja Wohlleben

Und die bekämpfen Graffitis einfach mit der Spraydose. Im Innenraum der verschiedenen Baureihen existieren etwa zehn verschiedene Farbtöne. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werken füllen die Spraydosen mit der passenden Farbe und tragen sie in dünnen Schichten auf die verschmutzten Flächen auf. Dies ermöglicht eine einfachere Bearbeitung von schwer zugänglichen Stellen. Das Beste: Die Farbe trocknet in weniger als einer Stunde. Somit ist es nun möglich, Graffiti jedes Mal zu entfernen, wenn die Fahrzeuge zur planmäßigen Wartung in die Betriebswerkstatt kommen. ■

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