Ruth Reinecke

Auch als Oma ein heißer Feger

In einer TV-Komödie spielt sie eine wachgeküsste Rentnerin.

BK
Lesezeit 3 Min
Die Maxim-Gorki-Theater-Schauspielerin Ruth Reinecke wurde durch die Serie „Weissensee“ zum TV-Star.

Die Maxim-Gorki-Theater-Schauspielerin Ruth Reinecke wurde durch die Serie „Weissensee“ zum TV-Star.

© imago/Future Image

Das kann nicht wahr sein! Omi Gisela steht vor der Haustür. „Woher weiß die, wo wir hingezogen sind?“, fragt Schwiegertochter Nina (Hilde Dalik) entsetzt. Eine heillos zerstrittene Familie steht am Anfang der bittersüßen Komödie „Oma ist verknallt“, die die ARD am Freitag  um 20.15 Uhr zeigt.

Die 63-jährige Berlinerin Ruth Reinecke – zuletzt in der Familiensaga „Weissensee“ als Mutter Kupfer zu sehen – spielt die eigensinnige Großmutter, um die sich alles dreht. Nach einem Oberschenkelhalsbruch ist Gisela auf Hilfe angewiesen. 

Gisela (Ruth Reinecke, l.) zeigt ihrer Enkelin Bille (Gioia Marischka) stolz die bezaubernden Liebesbriefe.

Gisela (Ruth Reinecke, l.) zeigt ihrer Enkelin Bille (Gioia Marischka) stolz die bezaubernden Liebesbriefe.

© dpa

„Das Problem ihrer Mutter ist psychischer Natur“, sagt der Arzt zu ihrem widerwilligen Sohn Matthias (Florian Panzner). „Sie hat sich aufgegeben“. Der Sohn soll sie motivieren und ins Leben zurückholen. Matthias will seine Mutter mit einem Trick möglichst schnell wieder selbstständig und lebensfroh machen – damit wäre er gleich auch noch ein Stück Verantwortung los. 

Denkt er zumindest. Heimlich schreibt Matthias also Liebesbriefe an seine Mutter, schickt Blumen und Pralinen. Alles unter dem Tarnnamen George Peppard – dem Hollywoodstar aus Omas Lieblingsfilm „Frühstück bei Tiffany“.

Screwball-Comedy-Humor

Gisela ist entzückt und schöpft neuen Lebensmut. Und sie hat auch schon eine Ahnung, wer der Verehrer sein könnte – der Wanderpartner ihres verstorbenen Ehemannes. Reinecke spielt das vorsichtige Erwachen der widerspenstigen Rentnerin mit subtilem Witz. Die Balance zwischen Tragik und Komik hält das langjähriges Ensemble-Mitglied am Maxim Gorki Theater perfekt. 

Ihrer Familie hat Gisela das Leben in der Vergangenheit nicht immer leicht gemacht. Wird ihr das nun zum Verhängnis? Als der vermeintliche Liebesbrief-Schreiber überraschend stirbt, kommt Giselas Sohn Matthias auf eine neue Idee. Er sucht per Partnervermittlung einen Mann für Oma. Das führt zu kuriosen Verwechslungen und typischem Screwball-Comedy-Humor.

Plädoyer für mehr Achtsamkeit

Doch es kommt wie es kommen muss: Alles fliegt auf. Das Zerwürfnis in der Familie ist größer denn je. Doch ein Happy End naht. Ausgerechnet auf dem Friedhof beginnt für Gisela eine echte Liebesgeschichte. Und da spielt Apotheker Theodor (Ernst Stötzner) eine nicht unwesentliche Rolle. 

Im wahren Leben lassen sich die Probleme vielleicht nicht ganz so einfach lösen. Dennoch: „Oma ist verknallt“ von Regisseur Markus Herling ist ein unterhaltsames Plädoyer für mehr Achtsamkeit im Umgang der Generationen miteinander.  

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