Rücksichtslose Fahrer

Crash-Akte BVG

Schock-Bilanz eines Jahres: 2736 Unfälle, 137 Verletzte.

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min
Auf der Blaschkoallee krachte dieser Bus mit einem Auto zusammen. Der Unfall im Juni forderte vier Verletzte.

Auf der Blaschkoallee krachte dieser Bus mit einem Auto zusammen. Der Unfall im Juni forderte vier Verletzte.

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In Pankow krachte vor wenigen Tagen ein Auto gegen einen Bus, wurde ins Gleisbett der Straßenbahn geschleudert – drei Verletzte. In Neukölln stieß im Juli ein Bus gegen eine Mercedes A-Klasse – vier Verletzte, darunter zwei Kinder. In Oberschöneweide krachten im Mai zwei Straßenbahnen in einander – sechs Verletzte. Täglich sind Busse und Straßenbahnen acht Mal in Verkehrsunfälle verwickelt.

Wie schlimm, zeigt die Schock-Jahresbilanz der BVG für 2014, die der Senat auf Anfrage des Innenausschuss-Chefs Peter Trapp (CDU) jetzt veröffentlichte. Danach stießen Busse und Straßenbahnen 2607 Mal mit Autos zusammen (49 Fälle mehr als 2013). 62 Crashs gab es mit Radfahrern, 67 mit Fußgängern (etwas weniger als 2013). 30 Personen wurden schwer-, 107 leicht verletzt. Zum Glück gab es 2014 keine Toten. Im Vorjahr starb ein Berliner, 2011 kamen sogar insgesamt sechs Menschen bei Unfällen mit BVG-Fahrzeugen ums Leben.

Besonders auffällig ist, dass 1387 von den insgesamt 2736 Crashs von BVG-Fahrern verursacht wurden – etwa die Hälfte aller Unfälle, in denen zu 88 Prozent die Busse verwickelt waren. „Die Busfahrer sind hohem Stress ausgesetzt“, sagt CDU-Innenexperte Trapp. Er fordert daher die BVG auf, die Bus-Fahrer mehr zu schulen. „Der Zuwachs von Baustellen auf ihren Strecken, durch Zweitereihe-Parker und Radfahrer blockierte Busspuren – die Busfahrer müssen stets auf die aktuellen Verkehrsbelastungen angepasst werden“, sagt Trapp dem KURIER.

Übrigens: Durch die Unfälle mit Bussen und Straßenbahn entstanden der BVG Schäden in Höhe von über 3,1 Millionen Euro, 300000 Euro mehr als 2013.

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