Rückblick auf ein Jahrzehnt

10 Dinge, die unser Leben verändert haben

Von Klimawandel bis zu Amazon-Smartspeakern - ein Jahrzehnt voller Umbrüche.

BK
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Die 10er-Jahre waren ein Turbo-Jahrzehnt. Alles, was Sie auf dieser Doppelseite finden, gab es 2009 so noch nicht. Hätten Sie’s gewusst?  

Klimawandel

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Es wird immer wärmer! Und das ist jetzt nicht die gute Nachricht. Auch nicht im Winter. Da wir mit unserem Planeten umgehen, als hätten wir noch einen zweiten im Kofferraum, sorgen unser sorgloser Lebenswandel und die Umweltverschmutzung für den Klimawandel. Und das nicht erst, seitdem Greta zum Schulstreik aufrief. Schon heute brenzlig ist die allgemeine Klimaerwärmung. Wenn sich nichts ändert, schmelzen die Polkappen. Inseln wie die Malediven sind bis zum Ende des Jahrhunderts verschwunden, Berlin wird zur Küstenstadt. In den letzten zehn Jahren gab es in Berlin die fünf heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. 2018 schien von April bis August die Sonne 1490 Stunden über Berlin. An 22 Tagen war es heißer als 30 Grad. Greta hin, Greta her – wir müssen das ändern.

Streaming

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Das Fernsehen ist tot! Lang lebe Netflix! Mal ehrlich: Wann schauen Sie noch die Öffentlich-Rechtlichen? „Tatort“? „Tagesschau“? „Sportschau“? Aber dann rüber zu Netflix, Amazon Prime oder Sky. Wann man will, was man will, so lange  und so oft man will. Es ist wie einen Sucht. Man hat in den letzten zehn Jahren die Freiheit bekommen – und nutzt sie auch voll aus. Das Zauberwort heißt Streaming. TV und Musik (Spotify, Deezer, Qobuz, Amazon Music, Tidal, Apple Music, Google Play etc.). „Bernd, das Brot“ gerät in Not, wenn man doch zeitgleich seine Lieblingsserie streamen kann. Immer und immer wieder. Dumm nur, wenn man am nächsten Tag nicht mit Freunden darüber quatschen kann, weil die irgendetwas anderes gestreamt haben. Eckige Augen haben die morgens aber auch.

Tinder

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Wisch und weg. Oder eben nicht. Seit 2012 ist es unkomplizierter geworden, neue Leute kennenzulernen. Die Mobile-Dating-App „Tinder“ reduziert das erste Flirten auf wenige Sekunden. Man sieht ein Foto vom möglichen Flirt-Partner. Gefällt dem Nutzer eine Person, so wischt er das Bild nach rechts. Gefällt sie ihm nicht, wischt er nach links. Wenn beide Nutzer ihre Bilder gegenseitig nach rechts gewischt haben, entsteht ein Match und man kann fortan mit dieser Person über einen Chat kommunizieren. Wann erste Drinks, der erste Kuss oder das erste Date bei Kerzenschein folgen, ergibt sich dann im Chat. Angesprochen werden Nutzer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Weltweit beteiligen sich 4,1 Millionen Suchende bei Tinder, täglich wird von ihnen bis zu 1,4 Milliarden Mal gewischt.

Kaffeekapseln

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„Nespresso, what else?“ Eine schöne Tasse Filterkaffee, mein lieber George! Die schmeckt einfach besser – und sie belastet die Umwelt nicht so sehr wie „deine“ Kaffeekapseln. Spätestens seitdem George Clooney ab 2010 Werbung für Nespresso-Kaffeekapseln macht (es gibt auch Kapseln u.a. von Tchibo, Illy, Jacobs), liegt es im Trend, Kaffee in sündhaft teuren Kapseln oder Pads zu kaufen und diesen in ebenso wahnsinnig teuren Maschinen zu brauen. Cool – aber unsinnig. In Deutschland wurden 2016 rund 3,1 Milliarden Kaffeekapseln verbraucht. Das entspricht einem Kapselmüllberg von 8000 Tonnen aus Aluminium und Kunststoff sowie 5000 Tonnen Papier durch Umverpackungen. Und zu teuer ist der Spaß sowieso: In einer Kapsel sind rund fünf Gramm Kaffee. Das Kilo kostet also 60 bis 80 Euro.

Alexa und Siri

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Was geht in den Köpfen von Eltern vor, die heute noch ihre Tochter „Alexa“ nennen? Das arme Kind. Denn inzwischen weiß jeder wer, bzw. was „Alexa“ ist – ein Smartspeaker von Amazon. Ein was? In den letzten zehn Jahren wurden wir von der Technik erzogen, mit Geräten so zu sprechen wie mit Menschen. Smartphone-Nutzer reden mit „Siri“ wie mit einer Freundin, zu Hause spricht man mit einem Gerät in Eishockey-Puck-Größe (oder höher) und denkt sich nichts dabei. Was man früher der Besatzung des Raumschiffes Enterprise geneidet hat, gehört heute zum Alltag. „Freundin“ Alexa kann Musik abspielen (lassen), Begriffe erklären, Kalender verwalten, Smart-home-Geräte bedienen. „Siri“ im Handy weiß alles – und alles besser. Fragen Sie Siri nach dem Sinn des Lebens! „42“ wird sie antworten. Richtig.

Cola Zero Sugar

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Ein leckeres 0,2-Liter-Gläschen dunkler Brause namens Coca-Cola enthält locker 21 Gramm Zucker. Das entspricht etwa 86 Prozent der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Tagesdosis. Oha! Aber Cola schmeckt doch so gut! Wer nicht auf den Geschmack verzichten will, kann seit 2017 auf Coca-Cola Zero Sugar zurückgreifen. Quasi eine Revolution in unserem Genussleben. Das schlechte Gewissen ist beruhigt (es gibt keinen Zucker mehr) und ein Liter enthält immer noch 96 Milligramm Koffein. Aber: Nicht zu früh freuen! Ein Gesundheits-Drink ist diese „Diät-Cola“ noch nicht. Der süße Geschmack wird schlicht durch Chemie erzeugt. Sucralose ist der häufigste Zuckerersatz. Bevor Puristen triumphieren: Manches Glas Smoothie enthält oft mehr Zucker (aus Früchten) als ein Glas Cola.

E-Scooter

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Ob wirklich alle Erwachsenen wissen, wie albern sie auf elektrischen Rollern wirken? Wahrscheinlich überwiegt das Gefühl, cool zu. Ganz sicher gehören aber die E-Scooter zu den neuesten Trends, wenn es um Mobilität in der Stadt geht. Gedacht sind die 20 km/h schnellen Roller „für die letzte Meile“. Also für den Weg nach Hause oder zur Arbeit, der von Öffis nicht bedient wird. Wie die Realität in diesem Sommer zeigte, werden die Scooter für alles andere genutzt, nur kaum dafür. Und man fährt sie überall, auch auf Bürgersteigen und in Parks. Und zu zweit. Egal. Auch hier gilt wieder mal: Regeln sind meist dazu da, dass man sie umgeht. Die Polizei kann nicht jedem Scooter-Lümmel hinterherflitzen. Und dann stehen die Dinger einfach rum und meist im Weg. Mal sehen, ob es diese Innovation in zehn Jahren noch gibt.

Online-Shopping

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Wieso ich nicht mehr in die Stadt fahre, um zu shoppen? Weil die vielen Lieferwagen der Paketdienste die ganzen Parkbuchten zuparken! Warum bloß? Da bleibe ich lieber zu Hause, shoppe online und lasse mir die Ware bringen. Betrug der Umsatz 2010 noch 20,2 Milliarden Euro, so liegt die Prognose für das Jahr 2019 bei 57,8 Milliarden Euro. Meine geplanten Weihnachtsgeschenke noch nicht mit eingerechnet. Es ist aber so einfach und einfach schön: bummeln und schauen und trotzdem auf der Couch bleiben, Preise vergleichen, Schnäppchen machen. Vor zehn Jahren hatte Amazon rund 34.000 Mitarbeiter, bei einem Umsatz von 31 Millionen Euro. Heute, nur zehn Jahre später, sorgen weltweit rund 650.000 Mitarbeiter (davon 20.000 in Deutschland) für einen Umsatz von über 17 Milliarden Euro – allein in Deutschland.

Instagram & WhatsApp

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Ja. Ich bin noch bei Facebook. Ich bin ja auch über 60. Alle anderen sind bei Instagram. Immerhin gehört dieser Onlinedienst zu Facebook. So! Weltweit gibt es über eine Milliarde Nutzer, die sich auf „Insta“ produzieren und präsentieren. Quälende Dia-Abende? Schimmelige Fotoalben? Aus und vorbei. Fotos deiner Liebsten findest du seit 2010 auf Instagram. Und denen folgen wahrscheinlich jede Menge Menschen. Die Top Ten führt übrigens Cristiano Ronaldo an (190 Mio. Follower), gefolgt von Ariana Grande (167 Mio.). Bei WhatsApp kann ich mitreden, schließlich bin ich Administrator einiger Gruppen. 1,5 Milliarden Nutzer gibt es weltweit. Statt zu telefonieren, kann man Sprachnachrichten aufnehmen und versenden und sich dann die Sprachnachricht seines Partners anhören. Was für ein Fortschritt in den letzten zehn Jahren!

Wegbier

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Erklären Sie das einmal Ihrem Berlin-Besuch: Junge Leute, die auf dem Weg zu Freunden oder in den Club sind, haben in Berlin meistens ein „Wegbier“ dabei. Gern auch „Fuß-Pils“ genannt. Häufig gesehen wird auch Club Mate. Aber warum? Angst vor dem Verdursten, während man schon den Schriftzug des Clubs leuchten sieht? Irgendwas zum Festhalten in dieser unruhigen Welt? Als ich so jung war wie die Wegbierträger, hätte man mich, mit der Flasche in der Hand, als Alki bezeichnet. Das hat sich nun in den letzten zehn Jahren geändert. Das Wegbier ist ein Accessoire des Alltags geworden, so wie Handy und Schirm. Für das garantierte nächste Wegbier sorgen die Spätis. Und an der Ecke warten  schon die  Freunde mit ihrem Wegbier, um dann gemeinsam zu „Cornern“: Party an der Straßenecke. (BK)

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