1959 für 20.000 Fahrzeuge am Tag errichtet, bewältigt die Brücke im Zug des Stadtrings jetzt um die 185.000 – darunter viele schwere Lkw. Deshalb ist das knapp ein Kilometer lange Bauwerk über Bahngleise, Spree und Westhafenkanal mürbe, muss ersetzt werden.
Deshalb werden zwei dreispurige Brücken errichtet, bis zu 60 Meter voneinander entfernt. Zunächst wird die Brücke Richtung Norden gebaut, östlich des jetzigen Bauwerks. Sie wird an den Stadtring und das Dreieck Charlottenburg angebunden. Mit über 17 Meter Breite wird sie Platz für sechs – wenn auch schmale – Spuren wie auf der Bestandsbrücke haben und den Verkehr aufnehmen können.
Fünf Jahre soll der Bau dauern
Ist die Ost-Brücke fertig, werden große Stahl-Hohlkörper längs auf die alte Brücke gelegt. Die wird darunter zersägt und in Stücken abgelassen. Anschließend werden die alten Pfeiler abgetragen, die Hohlkörper auf Hilfsstützen gelegt, bis neue Pfeiler stehen. Am Ende werden die Hohlkörper – die eigentliche Brückenkonstruktion – auf die Pfeiler herabgelassen, darüber kommen Beton und Asphalt. Das alles dient dazu, möglichst wenig Platz für die Baustelle zu verschwenden.
Auch das Dreieck Charlottenburg mit seinen acht Rampen wird verändert: Es war einst darauf ausgerichtet, den Verkehr hauptsächlich Richtung Wedding zu führen – inzwischen fahren die Massen auf die A111 von und nach Tegel und Hamburg. 200 Millionen Euro dürfte alles den Bund kosten. Fünf Jahre soll der Bau dauern, 2023 beginnen – Gnadenfrist für die Kleingärtner am Fuß der Brücke: Etliche von ihnen müssen der Baustelle weichen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com