Aus Frust, weil er keinen Partner fand. Das sagt Paul Sommer (60). Er ist Storchen-Betreuer im Altkreis Gransee und damit für den Randale-Ronny zuständig. „Er ist sechs Jahre, hatte sich nie richtig verpaart“, sagt Sommer. „Und wenn ein Jugendlicher in der Pubertät nicht zum Zuge kommt, macht er komische Sachen.“ Wie Ronny in Glambeck. Im Revier der dortigen Altstörche wurde er nie so richtig geduldet. Statt sich mit den Artgenossen zu raufen, kämpfte Ronny gegen sein Spiegelbild, das er in Fenstern und auf Autodächern sah. Immer im Glauben, das Spiegelbild sei ein vermeintlicher Kontrahent.
Keine Lust mehr auf Randale
Doch jetzt könnte alles anders sein. Ronny hat keine Lust auf Randale. „Er ist kraftlos, das merkt man“, sagt Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase. „Er läuft humpelnd hier hinten über die Wiesen.“ Vermutlich habe sich das Tier vor etwa zwei Wochen ernsthaft verletzt, als es gegen zwei Rivalen um ein Nest kämpfen musste. Aber Ronny hatte auch Glück im Unglück: „Dieses Jahr hat er wohl einen Partner gefunden“, sagt Paul Sommer. „Und wenn es Nachwuchs gibt, hat er keine Zeit für Blödsinn.“ Ein Problem gibt es noch: „Kein Mensch weiß, ob Ronny wirklich ein Männchen ist. Sein Geschlecht wurde nie genau bestimmt.“
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