Rollstuhlschnellfahrer

Rolli-Jannes ist ein großer Istaf-Star

Der 12-Jährige hatte bereits seinen dritten Olympiastadion-Start.

Dajana Rubert
Lesezeit 2 Min
Schon zum dritten Mal durfte Jannes Günther (12) beim Istaf starten, trat beim Rollstuhlschnellfahren gegen zum Teil doppelt so alte Gegner an.

Schon zum dritten Mal durfte Jannes Günther (12) beim Istaf starten, trat beim Rollstuhlschnellfahren gegen zum Teil doppelt so alte Gegner an.

© Rubert Lizenz

So sehr steht der Schüler sonst nie im Mittelpunkt. Fast 50000 Zuschauer jubeln ihm und seinen Gegnern zu. „Das ist schon ein ziemlich irres Gefühl. Und obwohl ich nicht das erste Mal dabei war, ist es immer wieder total aufregend“, sagt der Junge, der von Geburt an querschnittsgelähmt ist.

Seine Gegner auf der blauen Bahn im Olympiastadion sind teilweise doppelt so alt. Aber von vornherein aufzugeben, kommt für Jannes gar nicht Frage. Am Ende wird er Siebter von neun. In glatt 22 Sekunden. Gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass alle Gegner bereits im „Team Rio ruft“ sind – dem Perspektivkader für die kommenden Paralympischen Spiele.

Jannes wäre in einem Jahr dafür noch zu jung. Und zu unerfahren. Erst seit diesem Jahr trainiert er richtig im Verein, bei Blau-Weiß Buchholz. Der Sport-Rollstuhl ist bisher nur geborgt.

Aber sein eigener steht schon in den Startlöchern. „Zum Glück haben wir da Hilfe von verschiedenen Stiftungen“, sagt er. Denn während seine laufenden 100-m-Kollegen lediglich ein paar Schuhe für unter 100 Euro brauchen, kostet ein Schnellfahr-Rollstuhl locker mal 5000 Euro. „Mit Carbonrädern sogar über 10000“, weiß Jannes, „aber dafür bin ich noch zu jung. Das brauche ich noch nicht.“

Im Moment konzentriert er sich erst mal aufs Schnellerwerden. Immerhin hat Jannes ein klares Ziel: die Paralympischen Spiele 2024. „Am liebsten in Hamburg“, grinst er.

Mehr Infos über Rollstuhlschnellfahren findest du unter www.rollikids.de.

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