„Die haben gesagt, bei mir würde es stinken. Ich hätte sogar Ungeziefer. Sehen Sie doch bitte selbst“, sagt die 37-Jährige verzweifelt. Da krabbelt nichts, doch es riecht wirklich muffig. Katrin wohnt schon seit 17 Jahren in der Pistoriusstraße. Und sie ist ein Messie, hilflos gefangen in ihrer Sammelsucht. Sie kauft und hortet, was sie nur kann. Die Schränke quellen über von ungeöffneten Drogerie-Artikeln.
Daniela Billlig von den Grünen (links) will helfen, will die Hunde gut unterbringen. Aber für Katrin kommt eine Trennung nicht infrage.
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Ihre drei Kinder nahm man ihr weg. Ihr ältester Sohn wird jetzt 18. Die einzigen Gefährten sind zwei große Hunde. Mit den Jahren versank die Wohnung im Chaos. So schlimm, dass am Ende nur noch ein Zimmer bewohnbar ist. Zu Anfang dachte sie noch, sie könne es ohne Hilfe schaffen, lehnte Angebote des Bezirks ab. „Mittlerweile beschäftigen sich fünf Stellen im Bezirksamt Pankow mit dem Fall“, sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende in der BVV Pankow, Daniela Billig. Katrin wollte deren Hilfe aber nicht. Es wurde eine Rechtsanwältin als Betreuerin eingesetzt. Auch das half nicht. Das liegt wohl auch daran, dass Katrin gegen ihre Schmerzen ein Morphin nimmt, dass sie antriebslos macht. Sie hat einfach keine Kraft, ihr Leben alleine zu stemmen.
Katrin kann nur ein paar Schritte laufen, sitzt sonst im Stuhl, verzweifelt spricht sie mit der KURIER-Redakteurin.
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Der langjährige Streit mit dem Vermieter endete mit der Räumungsklage, die ihr im Dezember ins Haus flatterte. Verhindern konnte das ihre amtlich bestellte Betreuerin nicht. Immerhin gewährte das Gericht ihr einen Aufschub. Bis zum 17. März sollte ihre Wohnung in Ordnung sein. Und auch so für mindestens ein Jahr bleiben. Sie wurde umgehend von der Berliner Starthilfe unterstützt. Aber Katrin schaffte es nicht, Ordnung zu halten.
Polizisten und junge Leute vor dem Haus in der Pistoriusstraße, in dem Katrin bis diesen Montag wohnte. Wenig später saß sie selbst vor der Tür.
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Vergangene Woche kam nun der Räumungstermin. Weder Vermieter noch das Gericht wollten ihr noch einen Aufschub geben. Diesen Montag war es dann so weit. Die Anwältin und Daniela Billig waren da und zehn junge Leute, die einem Facebook-Aufruf gefolgt waren. Das rettete Katrin nicht. Die Gerichtsvollzieherin ließ die Wohnung räumen. Gegen 9.30 Uhr saß die weinende Katrin auf der Straße. Eine Notunterkunft hätte es gegeben, aber nur ohne ihre Hunde – und von denen trennt sich Katrin jedoch nicht.
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