Rollstuhlfahrer überfallen

Berlins schäbigster Räuber

Wie gemein und feige: Als Rollstuhlfahrer Christian M. (38) sein Portemonnaie öffnete, griff ein Dieb zu und klaute 25 Euro. Vor Gericht war sich der Rollstuhlfahrer nun sicher: Es war Sultan G. (39).

Claudia Keikus-Wilms
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Als es zur fiesen Attacke auf Christian M. kam, lungerte er wieder einmal mit seinen Saufkumpanen auf der Straße herum. Grölend: „Ich kann machen, was ich will!“ Christian M. ist behindert, doch er engagiert sich als Helfer der Bahnhofsmission am Zoo. Auch am 12. Juni war er vor Ort, um für andere da zu sein. Plötzlich hörte er einen Streit: „Ich sah drei Männer auf der anderen Straßenseite, wollte schlichten.“

Er rollte in deren Richtung. Als er ankam, stand ihm nur noch Sultan G. gegenüber. Der wohnungslose Bosnier hielt die Hand auf: „Hast du mal ein bisschen Kleingeld für einen Kaffee?“ Christian M. zückte seine Geldbörse, wollte einen Euro geben, G. habe sich aber selbst bedient. Der Rollstuhlfahrer: „Er zog zwei Scheine heraus.“

Der Bestohlene wollte sich wehren. Da soll ihm der Angreifer ein Messer vor den Hals gehalten haben. Mit der Drohung: „Wenn du nicht abhaust, steche ich zu.“ Und der Pöbelei: „Ich mag keine Behinderten.“ Doch umsichtige Männer wurden auf den Klau-Vorfall in der Jebensstraße aufmerksam. Die beiden Helfer brachten G. zu Boden und riefen die Polizei.

Aber Sultan G. fühlt sich unschuldig: Die 25 Euro, die man bei ihm fand, hätten ihm gehört. Der Angeklagte: „Der Rollstuhlfahrer mischte sich ein, die anderen liefen weg, ich wurde festgehalten.“ Er habe nichts geklaut, nicht mit dem Messer gedroht. „Eine Beleidigung will ich nicht ausschließen.“ Urteil: Mittwoch. KE

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