Jungs werden Männer – und aus ihnen plötzlich Väter. Robert Stadtlober (33), einst Teenie-Idol aus „Sonnenallee“ und „Crazy“, setzt Nachwuchs in die Welt. Verunsichert hat ihn das, denn ein Drehbuch zur Vaterrolle gibt es nicht. Der Filmstar las Bücher, ging zum Eltern-Kurs. Bis er merkte: All die Tipps machen einen bekloppt.
Wenn es um Windeln und Schnuller geht, ist Roberts Einsatzstichwort „Wahnsinn“. Er machte sich erst „wahnsinnig Gedanken“, las dann „wahnsinnig viele“ Baby-Bücher, erlebte einiges an „Irrsinn“ und wurde dabei schon fast „hysterisch“.
Allein, dass sich seine nahende Vaterschaft rumspricht, gefällt ihm eigentlich gar nicht. Er sagt: „Irgendwer hat geplappert – und wenn ich den erwische, kriegt der einen Satz heiße Ohren!“ Vielleicht quatscht er ihn zur Strafe mit all den Tipps voll, die er seither „ungefragt“ bekam. Etwa so wie in der Rolle als labernder Hobby-Philosoph in „Taxi“ (jetzt im Kino). Ein 80er-Jahre-Film nach einem Roman der Ex-Taxifahrerin Karen Duve (53).
Aber zurück zum Schwangerschaftsendspurt im Herbst! Was da auf moderne Väter zukommt, erlebt Robert am eigenen Leib. Er sagt: „Dann gibt es Geburtsvorbereitungsgruppen und anderen Irrsinn. Wir waren kurz in so einem Kurs und haben dann beschlossen, dass es nicht unser Weg ist. Viele Ratschläge machen einen nur hysterisch. Meine Partnerin und ich sind an dem Punkt zu sagen: Wir machen es auf unsere individuelle Weise.“
Schließlich sollte man meinen, dass die Natur von allein ihren Weg geht. Auch Roberts Mutter besuchte keinen Geburtskurs – „und hier sitze ich nun“. Allenfalls könnte es Robert passieren, dass er von der Theaterbühne in den Kreißsaal gerufen wird. Im September feiert er Premiere mit „Private Peaceful“ in Hamburg. Sein Kind wird aber natürlich Berliner, denn hier lebt er seit 2008 dauerhaft. JM, RS, MOW
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