Als er gestern mit seiner großen Sporttasche das Mannschaftshotel „evviva“ in Oberstaufen betritt, hat er etwas im Gepäck, was ganz wichtig ist – neuen Mut! „Ich habe in der vergangenen Saison viel gelernt, davon werde ich jetzt profitieren“, sagt Friend.
Als Königstransfer, als Hoffnungsträger, kam der 30-Jährige im Sommer 2010. Vier Tore am Saisonanfang – doch dann schlitterte der Kanadier in die Krise. Und verlor den Stammplatz im Angriff an Jung-Stürmer Pierre-Michel Lasogga. „Ich wollte zu viel und bin immer verkrampfter geworden“, gibt Friend zu.
Erst am Saisonende kam die Lockerheit zurück. Er traf beim vorletzten Spiel in Aue zum 2:0, machte damit Herthas Meistertitel in der Zweiten Liga perfekt. Alle Teamkollegen freuten sich mit ihm, für ihn. Denn trotz der geringen Torausbeute und seiner Krise war er nie schlecht gelaunt. Im Gegenteil: Als echter Teamplayer half er im Training und in der Kabine den Mitspielern – auch seinem 11 Jahre jüngeren Konkurrenten Lasogga.
Doch jetzt muss er an sich selbst denken. „Ich habe meine eigene Ziele, aber die behalte ich für mich“, sagt Friend mit einem Lächeln.
Dann ergänzt er: „Meine Kondition ist gut. Ich hatte viel weniger Urlaub als die anderen Jungs. Ich gehe ganz entspannt der neuen Saison entgegen. Dann will ich mal sehen, was passiert.“ Sein Seelenglück hat Rob zurück, jetzt fehlen nur noch Tore.
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