Richter verknackt Liebespaar

Die diebischen Elefanten im Porzellan-Laden

Das königliche Porzellan sollte er gut bewachen. Doch Florian B. (27) packte frech ein: Teller, Tassen, Figuren oder Kannen. 98 Stücke (Wert 260000 Euro) klaute der Wachmann aus dem Schloss Charlottenburg. Seine Verlobte machte mit.

Kerstin Rebien
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Florian B. und seine Verlobte Jessica W. hatten einen Gerichtstermin.

Florian B. und seine Verlobte Jessica W. hatten einen Gerichtstermin.

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Der Porzellan-Dieb schwitzte nun vor Gericht, Komplizin Jessica W. (24) schluchzte. B.: „Wir befanden uns in Schulden, da kam ich auf die blöde Idee.“

Er war Wachmann im Schloss, saß in der Notruf-Leitstelle. Auf einem Rundgang entdeckte er das Depot im Dachgeschoss. F. zum Richter: „Da war keine Videoüberwachung, man kam an die Schränke, die Schlüssel steckten.“ Er erzählte es seiner Verlobten. Sie blödelten rum: „Ein paar Stücke müsste man haben und zu Geld machen.“

Im Januar 2013 packte er erstmals während der Nachtschicht frech seinen Rucksack voll. Nur mit ein paar Servietten schützte er das majestätische Porzellan, verstaute alles im Auto und ging zurück in die Wachstube. Wie ein Elefant in der kostbaren Porzellan-Sammlung.

Sie hatten über ihre Verhältnisse gelebt. Drei Handys besaß Jessica W., zwei er, sie leisteten sich einen Audi. Florian B.: „Dann wurde Jessica arbeitslos.“ Die Geldsorgen wurden größer. Der Richter donnerte nun: „Das sind Luxusschulden.“

Das Diebesgut trugen sie zu Antiquitätenhändlern, logen dort: „Alles Erbstücke.“ Sie wollten schnell Geld, die Händler boten wenig. Sie verscherbelten die wertvollen Stücke für insgesamt läppische 13000 Euro!

Doch nach fünf Beutezügen tauchte ein Exponat bei Ebay auf – und kurz darauf die Polizei. Bis auf sieben Stücke (Wert 17400 Euro) wurde alles entdeckt. Der Richter zum diebischen Paar: „Sie haben preußisches Kulturgut geklaut, eine Unverschämtheit.“ Urteil: Je 21 Monate Haft auf Bewährung. KE.

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