Graupen gehörten in der DDR zu den Grundnahrungsmitteln, die immer im Vorratsschrank zu finden waren – und aus ihnen ließ sich mit wenig Aufwand ein sättigendes Gericht zaubern. Zur Wahrheit gehört: Viele Kinder konnten es nicht ausstehen, wenn Gräupcheneintopf auf den Tisch kam. Doch es gibt auch andere Arten, die Graupen zuzubereiten. In unserem Rezept für Tomatengräupchen werden sie mit Sellerie und Zwiebeln gegart, mit Tomatenmark verfeinert und durch säuerliche Gewürzgurken abgerundet. Ein einfaches Rezept, das trotz seiner schlichten Zutatenliste erstaunlich viel Geschmack mitbringt.
Was sind Graupen und was macht man daraus?
Graupen kommen heute nur noch sehr selten auf den Tisch, während sie früher zu den absoluten Klassikern der Hausmannskost gehörten. Es handelt sich dabei um geschälte und polierte Körner von Gerste, seltener auch von Weizen. Sie werden durch das Entfernen der äußeren Schichten des Getreidekorns hergestellt und zählen zu den ältesten Grundnahrungsmitteln Europas. Der Begriff „Gräupchen“ ist eine ältere bzw. regionale Bezeichnung für die kleinen, rundlichen Körner.
Gräupchen werden vor allem für deftige Suppen, Eintöpfe und Breigerichte verwendet, da sie lange sättigen und günstig sind. Bekannt ist beispielsweise die traditionelle Graupensuppe. Bei Tomatengräupchen läuft die Zubereitung etwas anders als beim klassischen Gräupcheneintopf. Die Graupen werden zunächst nur halb gar gekocht, bevor Sellerie und Zwiebel dazukommen und alles gemeinsam fertig gart. So nehmen die Graupen das Aroma des Gemüses auf, ohne dabei zu Brei zu zerkochen.
Erst am Schluss kommen die gewürfelten Gewürzgurken zu den Gräupchen. Sie verleihen der Suppe eine ganz besondere Note.
© Illustration: Berliner KURIER/KI
Tomatenmark und die gewürfelten Gewürzgurken kommen bewusst erst zum Schluss dazu. Das Tomatenmark gibt dem Gericht seine kräftige Farbe und Würze, während die Gurken für einen angenehmen säuerlichen Kontrast sorgen, der die eher milden Graupen aufweckt. Dazu ein Stück Brot und Sie haben das perfekte Abendessen.
Wer lange keine Gräupchen mehr gegessen hat, sollte dieses DDR-Rezept mal ausprobieren. Sie werden staunen, wie gut es schmeckt – und wie groß der Unterschied zur gruseligen Gräupchensuppe aus der Schulspeisung ist. Guten Appetit!
Zutaten für Tomatengräupchen
Sie brauchen: 300 g Graupen, 1 l Wasser, 500 g Sellerie, 1 Zwiebel, 2 bis 3 EL Margarine, 5 EL Tomatenmark, 2 Gewürz- oder Senfgurken, Salz, Paprika, Petersilie
Zubereitung: So kochen Sie Tomatengräupchen
Kochen Sie die Graupen im Wasser halb gar. Schneiden Sie in der Zwischenzeit den Sellerie in Würfel und hacken Sie die Zwiebel. Dünsten Sie beides in der Margarine an. Geben Sie Sellerie und Zwiebel zu den Graupen und garen Sie alles weiter. Rühren Sie das Tomatenmark unter und geben Sie die in Würfel geschnittenen Gewürzgurken dazu. Schmecken Sie das Gericht mit Salz und Paprika ab.
Bestreuen Sie die Tomatengräupchen vor dem Servieren mit reichlich gehackter Petersilie. Wer die einfache Küche der DDR kennenlernen möchte, findet in diesem Rezept einen guten Einstieg – unkompliziert, aber mit überraschend viel Geschmack. Reichen Sie dazu etwas frisches Brot oder auch einen Salat, etwa einen Gurkensalat. Der bildet einen leckeren Kontrast zum heißen Graupentopf. Guten Appetit!
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