Die Denkmalschutzbehörde hatte vor drei Jahren die Baugenehmigung für ein Musterhaus erteilt. Was vor den Augen der Bewohner der 38 Reihenhäuschen aus den 20er Jahren entstand, machte sie wütend. Fassungslos beobachteten sie, wie eine Hausseite verglast, Dachfenster eingebaut wurden und der Obstgarten einem Swimmingpool wich. Denkmalschutz sieht anders aus, meinen die Alteingesessenen.
„Der Charakter unserer Siedlung soll erhalten bleiben“, sagt ein Mieter von „Klein-Kleckersdorf zum KURIER. „Wir beantragten deshalb beim Bezirksamt Akteneinsicht. Einen Briefwechsel zwischen Landesdenkmalamt, der zur Erteilung der Baugenehmigung vorgeschrieben ist, fanden wir nicht vor“, so der Mann. „Wir hatten den Eindruck, dass die Unterlagen nicht ganz vollständig waren.“
Haben die Behörden geschlampt und die Baugenehmigung nur durchgewinkt, ohne den vorgeschriebenen Dienstweg zu gehen?
Mit einer Unterschriftenaktion forderten die Betroffenen letzte Woche ihr Bezirksamt auf, „alle bisher erteilten als auch modifizierten Genehmigungen in Bezug auf Denkmalschutz und Umbauten (im Original) offen zu legen.“ Weitere Genehmigungen sollen vorerst nicht erteilt werden.
Ein Sprecher der Mietergemeinschaft: „Wir fordern einen sofortigen Baustopp bis feststeht, ob das Landesdenkmalamt als obere Behörde dem Projekt überhaupt zugestimmt hat.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com