Rentner-Paar stirbt in Australien

Spuren einer Tragödie im Outback

Tochter der toten Senioren spricht über die letzten Stunden ihrer Eltern.

Philippe Debionne_richtig Eric Richard
Lesezeit 2 Min
Christine F. (Mitte) mit ihren Eltern.

Christine F. (Mitte) mit ihren Eltern.

© privat

Der Naturpark Trephina Gorge.

Der Naturpark Trephina Gorge.

© Google Earth

Bisher war unklar, weshalb die Eheleute den Ausflug in den Naturpark Trephina Gorge bei glühender Hitze ohne ausreichend Wasser und Wanderausrüstung unternommen hatten. In einem Interview mit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft Australian Broadcasting Corporation (ABC) spricht jetzt die Tochter der Toten, Christine F.

„Meine Eltern waren erfahrene Wanderer, die schon in Afrika und den USA unterwegs waren“, so die Frau. „An ihrem Todestag wollten sie aber nur einen kleinen Spaziergang machen. Und hatten deshalb weder ein Satellitentelefon oder literweise Wasser dabei.“

Der Mietwagen des Pärchens.

Der Mietwagen des Pärchens.

© privat

Doch was Gisela und Wilfried T. nicht ahnen können: Zwei Tage vor ihrem Ausflug hatten starke Regenfälle mehrere Wegweiser und einen Sicherheitszaun weggespült. Christine F. sagt: „An diesem Zaun war ein Schild angebracht, auf dem stand: Sie haben das Ende des Parks erreicht. Doch als meine Eltern an diese Stelle kamen, war da kein Zaun mehr.“

Und so marschieren die beiden Senioren unbedarft und nichtsahnend immer weiter in das unbarmherzige australische Outback, bei Temperaturen von über 40 Grad im Schatten. Als sie bemerken, dass sie sich verirrt haben, ist es bereits zu spät. Beide sterben in der glühenden Hitze an Erschöpfung und Wassermangel. Ihre Leichen werden erst nach mehreren Tagen gefunden.

Noch immer ist Christine F. unendlich traurig über den Verlust ihrer geliebten Eltern. Auf ihrer Facebook-Seite hat sie frei zugängliche Bilder zum Andenken an Wilfried und Gisela T. veröffentlicht. Dennoch macht sie niemandem einen Vorwurf, im Gegenteil.

„Ich möchte mich bei allen Helfern bedanken, die sich an der Suche nach meinen Eltern beteiligt haben“, sagt Christine F. „Ich weiß, wie hart die Umstände waren, und ich weiß, dass einige der Helfer bei der Suche in der glühenden Hitze zusammengebrochen sind. Es war nicht einfach für die Suchmannschaften und die freiwilligen Unterstützer. Aber sie alle haben ihr Möglichstes getan.“

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