Kommen wir erst mal zu den harten Fakten: Zuletzt stand Hertha in der Saison 2013/14 am ersten Spieltag nach dem 6:1 gegen Frankfurt auf Platz 1. Auch im 33. Versuch in der blau-weißen Bundesliga-Geschichte klappte es nicht: keine zwei Auftaktsiege (nach dem 1:0 in Augsburg) hintereinander. Noch nie gewannen die Blau-Weißen im Oberhaus zum Saisonauftakt zwei Spiele hintereinander. Schon 138 Tage wartet Hertha auf einen Heimsieg. Den letzten gab es am 5. April beim 2:0 gegen Absteiger Paderborn.
Doch was sagt das alles aus? Bei Hertha tut sich trotzdem etwas. Die Mannschaft will die Fast-Abstiegssaison vergessen machen. Sie will ganz schnell einen Haken dran machen und sie strotzt – ab und zu zumindest – vor Spielfreude. Doch an mancher Stelle hakt es noch.
Hertha legte mit Volldampf los und war hellwach. Einen Schuss von Jens Hegeler fälschte Bremens Assani Lukimya ab. Valentin Stocker nahm den Abpraller direkt und traf per Drehschuss zum 1:0 in der 6. Minute. Was für ein Stocker-Schocker.
Es ging so gut los, doch dann das 1:1 wie aus dem Nichts. Entstanden durch ein Foul von Bremens Aaron Johannsson an Plattenhardt (siehe rechts). Anthony Ujah nutzt es aus und staubte zum Ausgleich in der 26. Minute ab.
Das saß tief bei den Hertha-Spielern, danach gaben sie das Spiel aus der Hand und Bremen kontrollierte die Partie. Es sind noch immer diese Nachwehen der verkorksten Saison 2014/15. Noch ist das Team mental etwas labil, aber spielerisch läuft es schon viel besser.
Das konnte man nach der Pause und einer Kabinenansprache von Trainer Pal Dardai sehen. Stocker hatte gleich drei Mal (50., 51., 54) die Chance, sein zweites Tor zu machen. Leider klappte es beim Schweizer nicht. In der 75. Minute kam dann Neuzugang Mitchell Weiser nach seiner Innenbandverletzung zu seinem Comeback. Der Ex-Bayern-Profi macht Mut. Erfrischende Dribblings mit viel Biss.
Und noch einer feierte sein Comeback. Tobender Applaus! Alexander Baumjohann, 370 Tage nach seinem zweiten Kreuzbandriss im Sommer 2014 spielte er ab der 82. Minute, eingewechselt für den enttäuschenden Salomon Kalou. Doch auch mit Baumi gelang nicht mehr der Heimsieg. Dardai hat noch jede Menge Arbeit, um aus dieser Hertha eine heimstarke Mannschaft zu machen.
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