Rekonstruktion der tödlichen 66 Sekunden

Brunner-Prozess

Jürgen Kowallik
Lesezeit 2 Min

München - War es Mord oder hatte das Opfer eine Mitschuld? Diese Frage muss im Prozess um den toten S-Bahn-Helden Dominik Brunner geklärt werden. Gestern sagten die ersten Zeugen aus.Ein Kripo-Beamter beschrieb den Zustand eines der Angeklagten nach der Tat als "sehr schlecht". Markus Sch. habe sich nach eigenen Worten nur verteidigt. "Er war sehr bedrückt. Er hat mir nicht in die Augen schauen können", so der Polizist. Brunner sei gestürzt, dann will der Angeklagte einen Filmriss gehabt haben. Markus Sch. habe außerdem gesagt, dass Brunner zuerst zuschlug.Ein anderer Polizist gab die Aussage einer Zeugin wieder, wonach Brunner sich vor der Prügelei in Drohgebärde vor den zwei Jugendlichen aufgebaut habe, dann wie ein Boxer herumgetänzelt sei. Außerdem bestätigte sie, dass Brunner Markus Sch. zunächst gegen die S-Bahn geschubst habe.Auch die Blutspuren am Tatort stammten laut einem Ermittler zum überwiegenden Teil vom Angeklagten Sch., der nach Angaben seines Mitangeklagten nach dem ersten Schlag Brunners aus der Nase geblutet haben soll.Genau konnten die Ermittler dagegen die Tatzeit eingrenzen anhand von verschiedenen Handy-Anrufen mit der Rettungsleitstelle: Die Schlägerei begann um 16.10 Uhr und 51 Sekunden und endete um 16.11 Uhr und 57 Sekunden. 66 tödliche Sekunden.------------------------------

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