Reality-TV-Star Melanie Müller

„Ich muss mich vor nichts mehr verstecken“

BK
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Bachelor, Dschungelcamp, Promi-Boxen: Melanie Müller ist sich scheinbar für nichts zu schade. Jetzt hat das Reality-TV-Sternchen ein autobiografisches Buch geschrieben, mit 26 Jahren. Darin gibt sie überraschend tiefe Einblicke. Sie steht erstmals zu ihrem Lebensgefährten Mike Blümer und zu ihren verzweifelten Versuchen, als Escort-Girl Geld zu verdienen, sowie ihrer schweren Essstörung Bulimie. KURIER-Redakteurin Lisa Steiner traf die blonde Entertainerin und ihren Partner zum Gespräch.KURIER: Was ist deine Berufsbezeichnung? Du machst ja alles: Du schauspielerst, du singst, du machst Burlesque ... jetzt das Buch?
Melanie Müller: Autorin würde ich jetzt nicht sagen. Das wäre übertrieben. Gelernt habe ich ja Gastronomie, Restaurantfachfrau. Aber das zu sagen, wäre ja auch doof. Am ehesten „Entertainment-erin“ …
Mike (zu Melli): Also ich sehe, dass du am meisten Spaß hast, wenn du auf der Bühne stehst. Du sagst zwar selbst, singen kannste nicht. (Zum KURIER:) Aber sie kann gut unterhalten.
Kämpfen scheint dir auch zu liegen – das kommt im Buch ganz gut raus. Trotzdem hast du dir, wie du auch offen zugibst, eine Schreibhilfe gesucht. Wie viel Melanie Müller steckt tatsächlich im Buch?
Also, ja, ich hab mir eine Ghostwriterin gesucht. Ich hab’s zwar selbst versucht, aber mir war schon nach Minuten klar: Das wird hier nichts. Man weiß ja gar nicht, wie und wo man anfangen soll, ein Buch zu schreiben. Fängt man das von der Kindheit an? Was bringt man rein? Dann hab’ ich mir ’ne gute Ghostwriterin genommen. Die hat mich eine Woche erstmal kennengelernt, bis wir angefangen haben, über das Buch zu reden. Sie hat mich also sehr, sehr gut kennengelernt. Und auch wirklich meine Witze mit reingebracht ... so, wie ich halt bin. Ich muss mich jetzt vor nichts mehr verstecken. Und ich glaube, aufschreiben fällt da immer etwas leichter als erzählen.
Wie geht es dir denn damit, dass sich viele Vorberichte rein auf die sexuellen Details beschränkt haben?
Manche haben sich ja doch die Mühe gemacht nachzufragen, aber eine bestimmte Zeitung hat gleich geschrieben, ich sei eine Hure oder so ähnlich. Da sag’ ich mir dann: Hätten sie’s gelesen, hätte man das anders texten können. Im Grunde genommen war mir vorher schon klar, was da auf mich zukommt. Insofern hatte ich ja die Möglichkeit: schreibste es rein oder nicht.
Wie oft bist du als Escort-Girl im Einsatz gewesen auf Mallorca?
So zwei, drei Monate. Aber das war auch nicht jeden Tag. Mal einmal in der Woche, mal zweimal. Es war eine kurze Phase in meinem Leben.
Darf man eigentlich immer selbst entscheiden, wie weit man gehen möchte mit dem jeweiligen Kunden?
Ja. Grundsätzlich habe ich auch selber entschieden, mit wem ich essen gehe und mit wem nicht. Ich war natürlich ein bisschen schlau und hab’ mir die rausgesucht, die mir auch gefallen haben.
Wie geht’s dem Manager und Lebenspartner damit, wenn man sowas fragt?
Mike: Das sind Geschichten, die sind vorbei, die waren, die sind gegessen. Wir reden auch offen über alle diese Themen. Wenn so was erzählt wird, dann ist das doch eigentlich schon Vertrauensbeweis genug.
Es kommt im Buch auch klar heraus – du beschreibst deine Phase mit Bulimie – , dass du ein teilweise schwieriges Verhältnis zu deinem Körper hast. Wenn du jetzt in den Spiegel schaust, kannst du dann sagen: Melli, ich hab’ dich lieb?
Also ich habe mich auf jeden Fall lieb, für meine große Schnauze! Aber ich weiß, momentan sind da so zwei, drei Kilo zu viel. Ich würde aber schon sagen, ich fühl’ mich wohl.
Du schreibst auch, dass du sehr lange keine richtigen Freunde gehabt hast, jetzt aber welche hast. Was ist denn echte Freundschaft für dich?
Echte Freunde sind die, die es mir auch nicht übelnehmen, wenn ich mich mal eine Woche nicht melde. Bei uns vergehen die Wochen momentan wie im Flug. Wir sind ständig unterwegs: Mallorca, Österreich – Après-Ski fängt ja jetzt wieder an – , dann noch das neue TV-Projekt. Da vergeht die Zeit wie im Flug. Da vergesse ich dann wirklich, mich zu melden. Aber meine echten Freunde verstehen und verzeihen das. Außerdem sind echte Freunde die, die sich nicht ständig für meinen Job interessieren. Da hab ich so drei, vier, die übers Fernsehen und das Drumherum gar nichts wissen wollen. Die sehen mich einfach als die Melli, die mit ihnen ungeschminkt zum Pizzamann geht.
Dein nächstes TV-Projekt bei RTL2 dreht sich um einen alten Bahnhof, den du und Mike gekauft habt. Ihr renoviert den vor laufender Kamera. Werdet ihr danach wirklich drin wohnen?
Ja, wir werden da auf jeden Fall einziehen.
Es ging auch durch die Medien, Kinderwunsch ist da. Wird’s dann auch geben: Melli kriegt ihr Kind live auf RTL2?
Also, das wird es definitiv nicht geben, da ich da generell ein anderes Verständnis von Öffentlichkeit habe. Also: Nein. Ich denke, ich lasse die Hosen vor Deutschland sowieso schon genug runter. Das Kinderkriegen ist dann privat, wenn es mal soweit sein sollte.
Das klingt doch ferner in der Zukunft, als manche geschrieben haben. Kind in den nächsten fünf Jahren: Ja, nein?
Wenn’s nach mir geht, dann hätten wir schon längst Kinder. Andererseits: Wenn man so wenig Zeit hat und das Leben, das wir haben … ich meine, ich verdiene ja mit allem Geld. Da habe ich momentan doch zu viel Angst um meine Karriere.
Mike: Ich hatte schon überlegt, ob ich es bekomme. Man kann auch schon was sehen…Wie feiert ihr Weihnachten?
Wir werden Weihnachten ganz traditionell bei Oma und Opa feiern, wie ganz normale Menschen.
Ihr seid ja auch ganz normale Menschen.
Mike: Ja, aber das denken die wenigsten.

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