Wer sich auf sie verlässt, ist oft verlassen. Die Regionalexpress-Linie RE1 zwischen Magdeburg und Frankfurt (Oder) gehört zu den wichtigsten Bahnverbindungen im Osten Deutschlands, macht ihren Fahrgästen aber immer wieder das Leben schwer.
RE1 bleibt Brandenburgs Problemstrecke
So haben sich die baubedingten Zugausfälle im vergangenen Jahr auf der RE1 deutlich erhöht. Insgesamt sind 240.000 Streckenkilometer ausgefallen! So das Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der BSW-Fraktion im Brandenburger Landtag.
Im Jahr 2024 waren es demnach „nur“ 120.000 Streckenkilometer, die wegen Bauarbeiten ausgefallen sind. Seit vier Jahren wird die Strecke von der ODEG betrieben. Täglich nutzen nach Unternehmensangaben rund 60.000 Menschen den RE1. Kein Wunder: Die Linie verbindet mit Magdeburg, Potsdam und Berlin gleich drei Landeshauptstädte. Für viele Pendler ist sie alternativlos.
Doch die Liste der Probleme wird immer länger. Kurzfristige Ausfälle, Verspätungen und spontan angekündigter Ersatzverkehr sorgen regelmäßig für Frust. Besonders die zahlreichen Baustellen entlang der Strecke machen dem RE1 zu schaffen.
Am Bahnhof Pillgram, auf der RE1-Strecke Berlin - Frankfurt (Oder), werden die Bahnsteige verlängert.
© Patrick Pleul/dpa
Die Kritik richtet sich dabei immer wieder gegen das Baustellenmanagement der Deutschen Bahn. Das Verkehrsministerium beklagte zuletzt mehrfach die Auswirkungen der zahlreichen Bauarbeiten auf der wichtigen Pendlerstrecke. Und eine Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.
Im Gegenteil: Pendlern droht bereits der nächste Bau-Hammer. Nach Plänen der Deutschen Bahn soll die Ost-Trasse zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) von Januar bis September 2029 grundlegend modernisiert werden. Vorgesehen sind unter anderem 50 neue Weichen, 90 Kilometer neue Gleise, acht neue Stellwerke, sechs erneuerte Bahnübergänge und 110 Kilometer neue Oberleitungen. Für die Fahrgäste dürfte das erneut Monate voller Einschränkungen bedeuten.
Weitere Großbaustellen sind bereits geplant: Neben einer neuen Brücke an der A10 und einer Personenüberführung in Hangelsberg soll die Strecke bis zur polnischen Grenze modernisiert werden. Die größte Belastung droht zwischen Hangelsberg und Frankfurt (Oder).
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