Toll Collect erhebt seit 2005 die Lkw-Maut. Die Betreiberfirma sichert der Bundesregierung in dieser Weise Einnahmen von etwa vier Milliarden Euro im Jahr. Im Gegenzug erstattet der Bund dem Konsortium die Betriebskosten und zahlt üppige Renditen und Boni.
Verdacht des Betruges
Doch ein gut bezahltes Trio des Hauses bekam den Hals wohl nicht voll genug. Ein Kollege hatte die Manager verpfiffen und Strafanzeige gestellt. Es geht um skandalösen Abrechnungsbetrug im großen Stil.
Staatsanwaltssprecher Martin Steltner: „Wir ermitteln wegen des Verdachts des Betruges zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland.“ Gegenstand der Ermittlungen ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen Toll Collect und dem Bund aus dem Jahr 2012. Darin waren die zunächst auf Autobahnen begrenzte Mauterhebung auf ausgewählte Bundesstraßen ausgeweitet worden.
Steltner: „Den Beschuldigten wird vorgeworfen, bei Vertragsabschluss eine bewusst überhöhte Kalkulation für die durch die Erweiterung der Mauterhebung entstehenden zusätzlichen Kosten vorgelegt zu haben.“
Auf dieser Kalkulationsbasis soll dann eine überhöhte Vertragspauschale für die Erstattung der Zusatzkosten durch den Bund vertraglich vereinbart worden sein. Daraufhin sollen in den Folgejahren überhöhte Kostenerstattungen aus Bundesmitteln an Toll Collect geflossen sein.
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